Daniel Koch

Jede Krise bringt ihre Figuren hervor. In der Schweiz war es ein gewisser Daniel Koch. Bevor das Corona-Virus das Land heimsuchte, kannte kaum jemand den Chefbeamten im Bundesamt für Gesundheit. Dort war er seit Jahren für übertragbare Krankheiten zuständig. Nun aber begleitete Koch die Schweizerinnen und Schweizer fast täglich durch die Epidemie. Zehntausende verfolgten am Fernsehen und auf Youtube die Medienkonferenzen der Landesregierung, an denen der kahlköpfige Mediziner stets präsent war. Wenn er das Wort erhielt, erläuterte er ruhig die Fakten. Komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge stellte er verständlich dar. Geduldig beantwortete er aufgeregte Journalistenfragen, ab und zu blitzte trockener Humor auf. Der bedächtige Ton und die bescheidene Art kamen in der Bevölkerung gut an. Koch wurde zum Angstlöser, zur Vertrauensperson, ja zur Kultfigur. Aus Porträts erfuhr man, dass er einst als Arzt in Kriegsgebieten tätig war. Dass er als Hobby durchs Gelände joggt, gezogen von seinen zwei Hunden – die Schweiz weiss jetzt, was Canicross ist. Vereinzelte Fehleinschätzungen verzieh ihm das Publikum. Schon fast stur bezweifelte er die Wirksamkeit von Gesichtsmasken, doch das hörten die freien Schweizer noch so gerne. Ende Mai, als das Land aus dem Gröbsten raus war, ging «Mister Corona» in Rente. Einen Monat später als geplant. Sein politischer Vorgesetzter, Gesundheitsminister Alain Berset, verabschiedete ihn öffentlich mit warmen Worten. In den sozialen Medien, wo sonst Groll und Häme vorherrschen, dankten die Leute dem 65-Jährigen für seinen Einsatz. Bereits plant ein Verlag ein Buchprojekt über den Staatsdiener, es soll im Spätsommer erscheinen.

Susanne Wenger

Kommentare (1)
  • Darcy Inzaurralde, Mantevideo, Uruguay
    Darcy Inzaurralde, Mantevideo, Uruguay am 28.07.2020
    No veo que hayan realizado , una buena campaña sanitaria contra el coronavirus, ya que con 8,5 millones de habitantes, tuvieron 2000 muertes,ya que se comparan con Brasil, lo que no me parece justo, podrían compararse de la misma manera con Uruguay que teniendo , también una baja población como Uds.3,5 millones de habitantes y siendo limítofes con Brasil y con su estado Río Grande del Sur uno de los mas afectados, tenemos solamente 34 fallecidos al 29 de julio del 2020nosotros , tampoco tuvimos cuarentena obligatoria , y damos atención hospitalaria humanitaria a todos los buques infectados y los ciudadanos de otros países que nos lo piden, hasta el momento han sido:australianos, brasileros, argentinos, venezolanos, cubanos , 1 hindú y un filipino.Realizamos vuelos de repatriación de 1200 uruguayos a costo estatal, finalizando los mismos desde el 13 de marzo del 2020(cuando comenzó la pandemia en nuestro país)hasta mayo.Estamos dentro de los 14 países que mejor manejamos la pandemia, en forma libre, con gran conciencia social, sanitaria, económica y gubernamental.Los gobernantes y empleados públicos se rebajaron el sueldo un 20% por 2 meses, para crfear el FONDO CORONAVIRUS.Realizamos a la fecha 3000 test de diagnósticos diarios, de fabricación nacional y poseemos un rastreador informático de los positivos para no deambular por las inmediaciones de su cuarentena.Tenemos una población envejecida y pusimos personal sanitario en todas las casa de Salud para ancianos.Hay que compararse con los mejores y no con los peores, sinó es sólo hacer política engañosa. Los saludo desde Uruguay.
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