Ein facettenreicher und polyglotter Künstler

In seiner 40-jährigen Karriere überwand Stephan Eicher Sprachgrenzen und erreichte seinen Höhepunkt mit Hits auf Französisch, einer Sprache, die er nicht perfekt beherrscht. Zudem verbreitete er seine Muttersprache – das Berndeutsche – in der französischsprachigen Welt. Seine Interpretation von «Hemmige» in den Strassen von Paris anlässlich der Fête de la Musique schrieb Geschichte. Er ist der bekannteste Schweizer Künstler im französischen Sprachraum.

In Frankreich arbeitete er mit dem Sänger Miossec zusammen, den er sehr bewundert, aber auch mit dem Rocker-Dandy Alain Bashung. Nicht zu vergessen sind auch seine Kollaborationen mit dem serbischen Musiker und Komponisten von Filmmusik Goran Bregovi?, einem Liebhaber der Kultur der Fahrenden.

Mit «Grauzone», seiner mit seinem Bruder Martin gegründeten Band, experimentierte der Künstler mit Klangschleifen und Synthesizern. Während seiner Durststrecke im Jahr 2015 tourte der Schweizer nur von Musikautomaten begleitet durch Europa. 2019 liess er sich auf das Abenteuer ein, mit einer Blaskapelle aufzutreten.

Stephan Eicher probierte auch Medien aus, die man von einem Rocksänger nicht erwarten würde, und führte auf seinem Album «Carcassonne» das Zymbal, die Drehleiher und die Sackpfeife ein. Vielleicht eine Erinnerung an den väterlichen Keller, der Musikinstrumente im Überfluss bot.

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