Eine Auslandschweizerin im Medizinstudium in der Schweiz

Educationsuisse berät junge Auslandschweizerinnen und -schweizer, die für ihre Ausbildung in die Schweiz kommen. Katia Steinfeld ist eine von ihnen. Sie berichtet über ihre Erfahrungen an der Universität Lausanne.

Katia Steinfeld. Foto zvg

«Ich bin schweizerischer und brasilianischer Herkunft und in Rio de Janeiro aufgewachsen. Dort habe ich mit dem Medizinstudium begonnen. Auf der Suche nach Möglichkeiten, meine Ausbildung ausserhalb Brasiliens fortzusetzen, habe ich educationsuisse kontaktiert. Diese Organisation informierte mich über das Medizinstudium in der Schweiz und hat mich bei meinem Stipendiengesuch in meinem Heimatkanton unterstützt. Die Universität Lausanne (UNIL) anerkannte meine Studienzeit in Brasilien teilweise an und somit konnte ich 2016 mein Studium in der Schweiz weiterführen.

Die ersten sechs Monate in der Schweiz waren schwierig. Ich musste mich erst an den Lebensstil, das Klima und das Alleinsein gewöhnen. Auch machte ich mir Sorgen bezüglich der Anforderungen der Universität und meinen finanziellen Ressourcen.

Jedoch haben mich die Qualität des Unterrichts und das Gefühl von Freiheit immer wieder aufs Neue motiviert. Es machte mir Freude, die Kultur und das Land zu entdecken, das auch meines ist, und neue Beziehungen und starke Freundschaften aufzubauen, die mich stützten.

Auch habe ich mich in Aktivitäten ausserhalb des Studiums engagiert, die mir am Herzen lagen. Im Jahr 2017 nahm ich beispielsweise an einem von der UNIL und der Clinton Foundation ausgeschriebenen Wettbewerb teil. Ich wurde ausgewählt, die Universität an der Clinton Global Initiative University in Boston (USA) zu vertreten. Dank diesem Wettbewerb konnte ich mein Projekt Escolhares umsetzen. Mittlerweile ist daraus ein Verein geworden, der zwischen 2016 und 2019 bereits ophthalmologische Vorsorgeuntersuchungen organisieren und mehr als 2000 Schüler in benachteiligten Stadtteilen von Rio de Janeiro mit Brillen versorgen konnte.

Vor kurzem habe ich am «World’s Challenge Challenge»-Wettbewerb der UNIL teilgenommen. Das Projekt meines Teams, EcoBlock in Burkina Faso, gewann die erste interne Auswahlphase.

Auf akademischer Ebene überrascht mich immer wieder die grosse Vielfalt an Kursen und Praktika, welche die UNIL anbietet. Ich hatte die Gelegenheit, die Welt der Forschung zu entdecken. Dies insbesondere während meiner Masterarbeit auf dem Gebiet der grundlegenden Neurowissenschaften. Diese Erfahrungen haben meine Zukunftspläne verändert, so dass ich nun ein Doktorat plane.

Abschliessend kann ich sagen, dass mein Umzug in die Schweiz viel zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen hat. Ich habe meine Wurzeln wiederentdeckt und kann nun einen Teil meiner Identität besser verstehen. Auch habe ich an Selbstvertrauen gewonnen. Ich wurde selbstständiger, konnte Beziehungen aufbauen und neue Zukunftsperspektiven entwickeln. Dies alles, während ich eine ausgezeichnete medizinische Ausbildung absolvierte. Deshalb ermutige ich andere junge Auslandschweizerinnen und -schweizer, solche Gelegenheiten zu nutzen.»

Auf der Facebookseite von educationsuisse und auf www.educationsuisse.ch werden regelmässig Erfahrungsberichte von jungen Auslandschweizerinnen und -schweizern veröffentlicht.

 

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