«Es ist hart, einem Schweizer beim Klagen zuzuhören»

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Seit acht Jahren lebt Profi-Mountainbikerin Ariane Lüthi in Südafrika. Als Frau musste die 35-Jährige dort mehr kämpfen als in der Schweiz. Sie glaubt, viele Daheimgebliebene würden die gesellschaftlichen Errungenschaften in der Schweiz zu wenig schätzen.

Mein Job: Ich wurde durch meinen südafrikanischen Ex-Mann zum Mountainbike-Profi. In meiner Karriere durfte ich schon einige schöne Erfolge feiern. Reich in monetärer Hinsicht werde ich wohl nie, aber ich liebe meine Arbeit, und mein Leben ist reich an schönen und sehr intensiven Erinnerungen, was mich schliesslich glücklicher macht.

Mein Südafrika: Für mich als Mountainbikerin ist es von grossem Vorteil, in trockenem und warmem Wetter trainieren zu können. Der grösste Unterschied zur Schweiz ist wohl die noch grössere kulturelle Diversität: Südafrika ist nicht umsonst als Regenbogen-Nation bekannt.

Meine Schweiz: Den Schweizern geht es extrem gut. Doch weil es so wenig Arme in der Schweiz gibt, wird das, was man hat, zu wenig geschätzt. Wenn man gesehen hat, mit wie wenig andere Leute noch zufrieden sein können, dann ist es hart, einem Schweizer beim Klagen zuzuhören. In Anbetracht des grossen Wohlstands finde ich, dass die Schweiz mehr tun sollte, um das grosse Leiden in der Welt zu lindern.

Mein Herz: Damals, als ich die Schweiz verliess und bald darauf geheiratet habe, dachte ich, dass ich wohl in Südafrika bleiben würde. Mittlerweile bin ich geschieden und erwäge eher wieder, meine Papiere in die Schweiz zu verlegen. Es sind vor allem meine Schweizer Freunde, die Familie, das Reden in Berndeutsch und auch die schönen Alpen, die ich im Süden vermisse.

 

Das ausführliche Interview ist auf swissinfo.ch, dem zehnsprachigen Online-Service der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR), erschienen. Leben Sie auch im Ausland? Markieren Sie auf Instagram Ihre Bilder mit #WeAreSwissAbroad.

Kommentare (2)
  • Michel Piguet
    Michel Piguet am 25.01.2019
    Cher Ariane
    Je ne me plains pas trop de la vie en Suisse, mais du peu de respect de la minorité romande (je laisse aux italophones le soin de défendre leur beefsteak) Je vis à Prague depuis ma retraite, Souvent je mesure ce que la Suisse a perdu en refusant de faire partie de l'Europe, mais passe encore. Ce qui me gêne le plus, c'est notre représentation diplomatique et surtout consulaire.
    7 consulats en Autriche, 0 en Tchéquie et plus le respect de la langue minoritaire n'existe pas beaucoup, presque tout est pour les germaniques.
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    • Ariane Rustichelli (OSE)
      Ariane Rustichelli (OSE) am 28.01.2019
      Cher Michel,
      merci pour ce commentaire, il est toujours utile d'avoir l'avis de nos compatriotes qui vivent à l'étranger.
      L'Organisation des Suisses de l'étranger qui défend les intérêts de 750'000 Suisses dans le monde est très attentive à la question de la représentation diplomatique et consulaire dans le monde. Nous pouvons compter pour cela sur un réseau de presque 100 parlementaires fédéreaux. Mais il est difficile, en tant que fondation de droit privée indépendante, de changer la politique du gouvernement. Nous faisons cependant de notre mieux.
      Avec mes meilleures salutations
      Übersetzung anzeigen

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