Vom Integrationsjahr zur Sozialpädagogin

Educationsuisse berät junge Auslandschweizerinnen und -schweizer, die für ihre Ausbildung in die Schweiz kommen. Raquel Weidmann ist eine von ihnen. Sie berichtet über ihren Neuanfang in der Schweiz.

Raquel Weidmann Foto zvg

«Meine Grosseltern wanderten vor vielen Jahren vom Zürcher Oberland nach Argentinien aus. Mein Vater wuchs somit in einer Schweizer Kolonie in Übersee auf. Mit meiner Mutter liessen sie sich später in Puerto Rico Misiones nieder. Ich wurde 1995 als Jüngere von zwei Geschwistern geboren. Die Schulbildung von uns Kindern war unseren Eltern sehr wichtig. Für die sechs Jahre Oberstufe wechselte ich in das 45 Kilometer entfernte Heimatdorf meines Vaters, Ruiz de Montoya, an die Schule ‹Instituto Linea Cuchilla›. In diesen Jahren wurde aber nicht nur unterrichtet, sondern auch immer wieder sehr praxisbezogen gearbeitet.

Nach meinem Schulabschluss bot sich mir die Gelegenheit, in die Schweiz zu kommen. Ehemalige Nach- barn meiner Eltern, welche von Argentinien in die Schweiz zurückgewandert waren, boten mir an, bei ihnen zu leben. So entschied ich mich, ohne die Sprache und die Kultur zu kennen, in die Schweiz zu ziehen.

Meine Erwartungen waren sehr gross. Aber ich merkte sehr schnell, dass ich meine Träume nicht so einfach umsetzen konnte. Am Anfang konnte ich kaum akzeptieren, dass mein guter Schulabschluss in der Schweiz nicht viel zählte. Auch die kulturellen Unterschiede, die Sprache und vor allem die Arbeitswelt waren mir fremd. Meine Eltern hatten stets viel Wert auf einen Uniabschluss gelegt, damit wir Kinder eine sorgenfreie Zukunft hätten. Hier lernte ich, dass man auch mit einer Lehre einen guten Abschluss haben kann. Somit stand ich vor einem weiteren Neuanfang, den ich so nicht geplant hatte.

Im Integrationsjahr lernte ich nicht nur die Sprache, sondern auch viel über die Kultur und die Berufswelt. Die Lehrer an dieser Schule waren sehr hilfsbereit und setzten sich für jede Schülerin und jeden Schüler ein. Der Unterricht wurde ergänzt durch wöchentliche Praktikumstage in verschiedenen Berufsfeldern. Das Integrationsjahr hat mir sehr geholfen. Ich bin dankbar, dass es in der Schweiz ein solches Angebot gibt.

Beim Schnuppern lernte ich meinen heutigen Betrieb kennen. Im ersten Jahr habe ich ein Praktikum gemacht. Danach absolvierte ich die dreijährige Berufslehre als Fachfrau Betreuung, welche ich im Sommer 2019 erfolgreich abschloss. Zurzeit arbeite ich weiterhin als Fachfrau Betreuung in der gleichen Kita und bereite mich für das Studium als Sozialpädagogin vor.

Diese zweijährige Ausbildung werde ich an der Agogis in Olten absolvieren und mit einem HF-Diplom (Höhere Fachschule) abschliessen. Ohne die Unterstützung durch educationsuisse und das Stipendium meines Heimatkantons Zürich wäre es mir nicht möglich gewesen, die Berufslehre zu machen. Die individuelle Beratung und Begleitung durch educationsuisse schätze ich sehr.»

(RG)

Auf der Facebookseite von educationsuisse und auf www.education­suisse.ch werden regelmässig Erfahrungsberichte von jungen Auslandschweizerinnen und -schweizern veröffentlicht.

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