Er kam, um zu bleiben

Vor 25 Jahren wanderten die ersten Wölfe wieder in die Schweiz ein. Inzwischen streifen rund 80 Wölfe durch die Alpen und den Jura. Ihre Zahl nimmt rasch zu. Doch nun steht das geschützte Wildtier erneut unter Druck.

1995 betraten Wölfe im unwegsamen Berggebiet an der Schweizer Südgrenze erstmals wieder helvetischen Boden. Die jungen Wolfsmännchen waren von ihren heimischen Rudeln in den französisch-italienischen Alpen Richtung Norden abgewandert, um neue Territorien zu erschliessen. Später wanderten auch Weibchen nach und sorgten für den Nachwuchs. Ende 2019 wurden in den Kantonen Graubünden, Tessin, Wallis und Waadt insgesamt rund 80 Wölfe respektive acht Rudel nachgewiesen. Geht das Wachstum ungebremst weiter, könnten in zehn Jahren bis 300 Wölfe umherstreifen. Damit wäre der ökologisch mögliche Lebensraum in der Schweiz ausgeschöpft. Auf den rund 20 000 Quadratkilometern Alpenraum und Jurabogen finden theoretisch 60 Rudel mit je fünf bis sechs Tieren Raum zum Leben. Um den Artenschutz langfristig zu sichern, seien rund 20 Rudel erforderlich, sagt Reinhard Schnidrig, Chef der Sektion Wildtiere und Waldbiodiversität im Bundesamt für Umwelt (Bafu) im Interview mit der «Revue» (Seite 9).

Während über 120 Jahren war das Raubtier in der Schweiz gar nicht willkommen. Nach jahrhundertelanger Verfolgung wurde der letzte einheimische Wolf 1872 im Tessin abgeschossen. Fortan war der Canis Lupus hierzulande nur noch in Gefangenschaft gern gesehen. Als 1874 der Basler Zoo den Betrieb aufnahm, zählte der Wolf zu den grössten Attraktionen im Raubtierhaus – neben Luchs, Dachs und Fuchs. Das Basler Wolfsgehege wird inzwischen anders genutzt: Cleopatra und Cäsar, die letzten Mitglieder des alten Wolfsrudels, sind letzten Sommer durch Einschläfern von ihren Altersleiden erlöst worden. Während der Basler Zoo künftig ganz auf Wölfe verzichtet, lässt sich das Wildtier in mehreren Schweizer Wildpärken bewundern.

Zwischen Begeisterung und Abscheu

In freier Wildbahn hingegen ist der scheue Wolf für den Menschen nur schwer zu Gesicht zu bekommen. Dem Naturfotografen Peter A. Dettling gelang 2006 in der Surselva eines der ersten Bilder eines frei lebenden Wolfs in der Schweiz. Der heute 48-jährige Auslandschweizer lebt seit 2002 mehrheitlich in Kanada und beobachtete dort während Jahren das soziale Verhalten von Wolfsfamilien im BanffNationalpark. Als 2012 am CalandaMassiv die Existenz des ersten Schweizer Rudels nachgewiesen wurde, kehrte Dettling erneut nach Graubünden zurück, um die Entwicklung der Calanda-Wölfe zu dokumentieren. Der Wolfsbegeisterte setzt sich mit Vorträgen, Exkursionen und Büchern (siehe Kasten) für das «missverstandene Wesen» des Wolfs ein. Dieser sei zu Unrecht während Jahrhunderten als blutrünstiger Jäger verunglimpft worden. Dabei gehe vergessen, dass der Wolf als Stammvater des Hundes «unser ältester Verbündeter ist, der wesentlich zur Entwicklung der Menschheit beigetragen hat» argumentiert Dettling.

Wenig Begeisterung über den Rückkehrer herrscht hingegen bei Schafzüchtern und Nutztierhaltern, deren Tiere von Wölfen gerissen wurden. Seinem natürlichen Instinkt folgend, reisst der Wolf Beute, wann immer sich eine günstige Gelegenheit bietet – ein durchaus sinnvolles Verhalten in der Natur, wo der Jagderfolg nicht gesichert ist. Das führt aber auch dazu, dass flüchtende Schafe wiederholt den Tötungsinstinkt des Wolfs auslösen, was zu «Massakern» auf Schafweiden führte und fassungslose Bauern hinterliess. Seit viele Schafzüchter ihre Herden besser schützen, sind die Schäden geringer und die empörten Rufe nach einer erneuten Ausrottung des Wolfs leiser geworden.

Abschüsse bereits heute erlaubt

Insgesamt rissen Wölfe zwischen 1999 und 2018 rund 3700 Nutztiere, wie aus einer Statistik von KORA hervorgeht. KORA, die Stiftung für Raubtierökologie und Wildtiermanagement, überwacht im Auftrag des Bundes die Entwicklung der Raubtierpopulation und ihre Auswirkungen. Geschädigte Bauern erhalten von Bund und Kantonen Geld für vom Wolf gerissene Nutztiere. In Zukunft sollen Schäden aber nur noch bezahlt werden, wenn die Tierhalter ihre Herden angemessen schützen: zum Beispiel mit elektrischen Zäunen und speziell ausgebildeten Hunden, welche die Schafherden auf den Alpen bewachen und gegen den Wolf verteidigen. Der Bund subventioniert diese Herdenschutzmassnahmen mit jährlich rund drei Millionen Franken. Zum behördlichen «Wolfsmanagement» gehört auch, dass der Beutegreifer getötet werden kann, wenn er zu viel Schaden anrichtet: In der Regel ist die rote Linie überschritten, wenn ein Wolf mehr als 25 Schafe gerissen hat. Die Behörden erteilten seit dem Jahr 2000 insgesamt 23 Abschussbewilligungen, davon konnten zehn ausgeführt werden. In den anderen Fällen machten sich die Wölfe rechtzeitig aus dem Staub, bevor die Wildhüter sie ins Fadenkreuz nehmen konnten. Rund 20 Wölfe kamen auf andere Weise ums Leben: Sie wurden auf der Strasse von Autos erfasst, gerieten unter den Zug oder wurden illegal abgeschossen. Stirbt der Wolf eines natürlichen Todes, wird er kaum gefunden und erscheint deshalb in keiner Statistik.

Abstimmen übers Jagdgesetz

Die steigende Zahl der Wölfe hat Politiker aus den betroffenen Bergkantonen auf den Plan gerufen. Bereits 2015 beauftragte das Parlament den Bundesrat mit einer Lockerung des Artenschutzes, damit der Wolfsbestand reguliert werden kann, bevor grosse Konflikte entstehen. Am 17. Mai stimmt nun das Volk über eine umstrittene Änderung des eidgenössischen Jagdgesetzes ab. Es erlaubt den Behörden, Wölfe zur Regulierung des Bestandes abzuschiessen, bevor sie Schaden angerichtet haben. Hinter dem Gesetz stehen die bürgerlichen Parteien, der Bauernverband und die Jäger. Aus ihrer Sicht sind Abschüsse ein unverzichtbares Instrument, um ein Nebeneinander von Mensch und Wolf zu ermöglichen.

Gegen solche «Wolfsabschüsse auf Vorrat» wehren sich jedoch die Natur- und Tierschutzverbände. Sie sehen in der Vorlage ein fatales Signal zur Schwächung des Artenschutzes. Innert kurzer Zeit brachten sie die für eine Volksabstimmung nötigen 50 000 Unterschriften zusammen. Die Verbände wehren sich auch dagegen, dass Wölfe gemäss dem neuen Gesetz selbst in Jagdbanngebieten abgeschossen werden dürften. Aus ihrer Sicht sollten die Schutzgebiete auch für Wölfe ein Rückzugsort bleiben.

Schutzstatus des Wolfs auf dem Prüfstand

Laut den Bundesbehörden ist die geplante Lockerung des Wolfsschutzes mit der sogenannten Berner Konvention vereinbar. Das internationale Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wild lebenden Pflanzen und Tieren und ihrer natürlichen Lebensräume wurde 1979 in Bern abgeschlossen. Die Konvention lasse Wolfsabschüsse ausdrücklich zu, bevor grosser Schaden eintreffe, hält das Bafu fest. Noch hängig ist ein 2018 deponierter Antrag der Schweiz, den Wolf im Rahmen der Konvention von «streng geschützt» auf «geschützt» herabzustufen. Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention lehnte 2006 einen gleichlautenden Antrag der Schweiz ab. Bevor ein neuer Entscheid über den Schutzstatus fällt, wollen die EU-Länder zuerst den Bestand der Wölfe in ganz Europa erheben. Resultate liegen noch nicht vor.

Das Thema Wolf bewegt die Gemüter, und das mythosbeladene Wildtier lässt niemanden kalt. Bereits im eidgenössischen Parlament sorgte das Jagdgesetz für eine emotionale Debatte. Dabei warfen Bergler den Flachländern vor, den Wolf zu romantisieren und der betroffenen Bergbevölkerung vorzuschreiben, wie sie mit dem Wildtier umzugehen habe. Dieser Stadt-Land-Graben droht beim Urnengang vom 17. Mai erneut aufzureissen. Doch wie das Volksverdikt auch ausfällt: Der Wolf ist da. Und er wird bleiben.

Wichtiger Hinweis

Der Redaktionsschluss dieser Ausgabe war Mitte Februar 2020, also noch bevor die Corona-Pandemie die Schweiz erfasste. Der Bundesrat hat inzwischen den Abstimmungstermin vom 17. Mai 2020 verschoben. Inhaltlich bleiben die hier publizierte Vorschau auf die Abstimmung übers Jagdgesetz aber gültig. (MUL)

 

Der Wolf in Film und Buch

Im 2019 erschienenen Dokumentarfilm «Die Rückkehr der Wölfe» beleuchtet der Schwyzer Filmemacher Thomas Horat das Ringen um den richtigen Umgang mit dem Wolf. Dabei blickte Horat über die Schweizer Grenze hinaus und machte sich während dreier Jahre auch auf Spurensuche in Österreich, Deutschland, Polen, Bulgarien und den USA. Der Filmemacher befragte Schaf- und Alphirten, Wolfsexperten – unter ihnen Reinhard Schnidrig – und Wissenschaftlerinnen zu Fakten und Mythen rund um das Wildtier, das die Meinungen spaltet. Der sehenswerte Film zeigt die Faszination Wolf ohne Verklärung. «Die Rückkehr der Wölfe» ist ab Herbst als DVD oder Video-on-Demand erhältlich.

Vorschau auf den Film (mit deutschen Untertiteln): ogy.de/trailer-wolf; Vorschau auf den Film (mit englischen Untertiteln): ogy.de/wolf-trailer

Nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in Buchform erobert der Wolf Terrain. In seinem neusten Buch «Wolfsodyssee» dokumentiert der schweiz-kanadische Naturfotograf Peter A. Dettling seine langjährige Suche nach dem Wesen des Wolfes. Die Faszination für das Tier lässt ihn nicht mehr los, seit er 2005 in Kanada erstmals zehn wild lebenden Wölfen gegenüberstand.

Das Buch verwebt Biografie, Naturgeschichte, Verhaltensforschung und Abenteuerreise. «Wolfsmensch» Dettling will damit Verständnis und Empathie für einen unserer «ältesten Verbündeten» wecken. Das Buch enthält zahlreiche Abbildungen, darunter die in dieser Ausgabe der «Schweizer Revue» verwendeten Wolfsbilder.

Wolfsodyssee. Peter A. Dettling. Werd & Weber Verlag (2019), 350 Seiten, CHF 39.–. Nur in deutscher Sprache erhältlich.

Kommentare (10)
  • Werner Meier, Portugal
    Werner Meier, Portugal vor 2 Wochen
    Was für ein dümmlich-romantischer Artikel. Der Wolf, wenn er in Rudeln auftritt, ist ein sehr gefährliches Tier. Noch im 19.Jahrhundert war es lebensgefährlich, nachts durch einen Wald zu reiten/reisen, weil die Wolfsrudel Pferden und Reitern den Garaus gemacht haben. Etwas Geschichtskenntnis kann auf keinen Fall schaden, besonders einem linken Städter.
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    • Beatrice Fuchs, Muespach, Frankreich
      Beatrice Fuchs, Muespach, Frankreich vor 6 Tagen
      @Meier, Portugal: anstatt zurück ins 19. Jahrhundert zu mäandrieren, dürften Sie sich zur Abwechslung in die Gegenwart versetzen. Nachzulesen in „Alpfutur“, Schafabgänge pro Sömmerung. Ca. 4‘000 Schafe verlieren ihr Leben PRO JAHR. Dies u.a. weil die wenigsten Alpen noch behirtet sind; d.h. die Tiere sind wochenlang (!) sich selbst überlassen. Abstürze, Krankheiten, etc. bleiben unbemerkt.
      In Italien werden die Herden von Hirten, Hunden und Eseln sehr effizient geschützt; dieses Volk lebt seit Jahrhunderten mit dem Wolf.
      Es sollte doch möglich sein, dass die Schweiz sich mit diesem prächtigen Wildtier arrangieren kann. Dass sich v.a. die Jäger-Kantone für den Abschuss starkmachen, liegt ja auf der Hand...
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  • Immer Markus. Philippinen
    Immer Markus. Philippinen vor 2 Wochen
    Ich mag Wölfe und Bären, Wildtiere überhaupt. Eine gewisse Kontrolle über den Wildtierbestand darf schon ausgeübt werden. Wo's z.B. Wölfe gibt gibt es weniger Rotwild zum Jagen, da gibt es Interessenkonflikte die jenseits von Vernunft und Logik stehen. Aber grundsätzlich sollten Wölfe wie Bären einen Lebensraum in der CH haben dürfen. Die Schafzüchter soll man für gerissene Schafe entschädigen, das ist doch ein Klacks im Zeitalter wo Transnationale Banken-Konglomerate mit Milliarden vom Zockeruntergang gerettet werden u. gleich fröhlich weiter zocken!
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    • Hoffmann Christina Deutschland Sörup
      Hoffmann Christina Deutschland Sörup vor 1 Woche
      I also think, we need to keep the wolf and if we get some bears, Be happy and proud. This wonderful animals have a right to a new highlight in the Swiss mountains.
      Give the farmers money for every killed sheep and they will be happy too.
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  • Guido Walker, Grossrat CVP, Bitsch, Wallis, Schweiz
    Guido Walker, Grossrat CVP, Bitsch, Wallis, Schweiz vor 2 Wochen
    Leute aus den Städten und Agglomerationen können sich nicht real vorstellen, was es bedeutet in einem Wolfs-Territorium zu leben. Deshalb hier eine Botschaft an alle, die im Kanton Zürich leben (es könnten aber auch andere Kantone sein):

    Nehmen wir mal an, die Fläche des Kantons Zürich, 1’351 km2, wäre unbewohnt und würde als Ausbreitungsgebiet für Wölfe dienen.

    Die Territoriumsgrösse für Wölfe in Rudeln beträgt 200 km2. Dies ergibt also etwa 7 Rudel flächendeckend auf der Fläche des Kantons Zürich. Bei einer durchschnittlichen Grösse pro Rudel von 6 Wölfen hat der Kanton Zürich also Platz für (7x 6) 42 Wölfe, wenn er wie gesagt unbewohnt wäre.

    Die Einwohnerzahl beträgt 1’520’968 Menschen im 12/2018 laut Wikipedia. Das ergibt bei 7 Rudeln durchschnittlich 175’936 Menschen, die in einem Wolfs-Territorium leben würden.

    Überlegt euch also bei der Abstimmung zum Jagdgesetz gut, warum in anderen Kantonen der Schweiz die Menschen in einem Wolfs-Territorium leben sollen, in Zürich aber nicht!
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    • Fabian Leu, Visp, Wallis
      Fabian Leu, Visp, Wallis vor 5 Tagen
      Guido Walker, der Wolfsexperte, der nicht einmal weiss, dass ein Wolf eine Rute hat und keinen Schweif. Solche Leute nennen sich selbst Wolfsexperten!
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  • Hans-Peter Bucher, Maple Ridge, Canada
    Hans-Peter Bucher, Maple Ridge, Canada vor 1 Woche
    Wölfe werden sich vermehren solange Futter vorhanden ist. Sobald sie Rothirsch- und Rehbestaende dezimiert haben, werden sie ohne Zweifel bei den Bauernhöfen auftauchen. Es wird dann zu echten Konflikten kommen weil eben jegliches Wildinventar schwer reduziert sein wird. Wölfe gehen auf Tutti, die fressen bis es nichts mehr hat. Erst dann geht ihre Geburtenrate zurueck. Sollte das Schweizervolk mit hirsch- und rehlosen Waeldern für mehrere Jahre zufrieden sein, ja, dann ist das ok. Aber die Bauern werden es spüren, denn der Wolf muss essen um zu überleben, und die Bauernhöfe werden dann zum Speisesalon reduziert, ein Problem und Dilemma für alle. Sobald sich die Wolfsbestände durch Abschüsse dann korrigiert haben, werden sich Reh- Hirschbestände erholen können, aber auch das dauert Jahre. Es sind dann die Jäger welche am meisten benachteiligt sind. Wir sehen das hier in BC, Kanada. Der natürliche Zyclus dreht sich über Jahrzehnte. Ohne menschlichen Eingriff ist leider ein konstantes Equilibrium nicht möglich.
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    • Bernhard Bollag, Jerusalem, Israel
      Bernhard Bollag, Jerusalem, Israel vor 2 Tagen
      Sehr geehrter Herr Bucher aus Kanada

      Ihr Kommentar hat mir am allerbesten von allen gefallen. Während alles theoretische und emotionelle Meinungen sind, haben Sie Erfahrungen mitgeteilt. In allen Bereichen des Lebens schaut man auf die Erfahrungen anderer und deren Erfolg und holt es dann für sich. Auch Sie geben wegweisende Erfahrungen aus dem kanadischen Gebiet weiter.

      Vielen Dank und alles Gute!
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  • Walter J. Trachsel, Paris, France
    Walter J. Trachsel, Paris, France vor 1 Woche
    Vous publiez dans le revue un article sur la problématique du loup et donnez la parole à un photographe et un responsable de la section faune sauvage. Votre titre est évocateur "il est là pour rester". Avant même d'avoir lu votre article, j'ai eu l'impression que vous aviez pris position.

    Le loup n'est pas un mannequin qu'il faut protéger pour que le photographe puisse faire de jolis photos. Le loup n'est pas non plus une histoire administrative où le gestionnaire de l'existant est le référent pour statuer sur son devenir. Le loup est un sujet de société.
    Qui dit société dit que toutes les personnes qui le désirent ou pas doivent être entendues et que l'on puisse se décider en fonction d'informations diffusées et non cachées aux personnes.

    Les traités qui ont été préparés et signés par un nombre très limité de "passionnés" ont grandement négligé tous les acteurs professionnels qui vivaient de la nature.
    Le loup n'est pas un animal en voie de disparition : il est grandement présent dans le nord Canada, en Russie, Mongolie, asie centrale là où existent de grands espaces.

    On ne peut pas aujourd'hui parler du loup sans donner la parole aux éleveurs et aux bergers.
    On leur demande de protéger leurs troupeaux des prédateurs pour obtenir des dédommagements quand le loup attaque leurs troupeaux. De nombreux moyens de protections ont été proposés aux bergers , chien de type Patou, clôtures, parcage des troupeaux la nuit, bruiteurs, Lama, ânes et d'autres encore assez fantaisistes qui ont montré leur limites. Le chien Patou qui représente un coût, attaque les promeneurs et un seul chien ne suffit pas à protéger les troupeaux. La clôture électrique en pleine montagne n'est pas utilisable. Le berger ne peut pas êtres 24h sur 24 pour surveiller son troupeau car lui aussi a le droit de se reposer.

    Il est fréquent d'entendre que le loup préfère le sanglier ou le cerf pour assouvir sa faim. C'est une donnée théorique et on comprend bien qu'il est préférable pour un loup d'attaquer un mouton sans défense qu'un sanglier. Le loup qui attaque un troupeau fait de gros dégâts car il tue 10 moutons pour ne manger qu'un morceau d'un seul laissant à l'agonie des bêtes à moitie mortes.

    Contrairement à ce que vous indiquez, la prédation dans tous les pays limitrophes y compris la Suisse sur les troupeaux est grandissante et non en régression avec des volumes assez conséquents comme chez nos voisins français qui ont enregistré plus de 12 500 animaux tués par le loup en 2019. Les statistiques sont le fruit des relevés par des agents assermentés. Ces prédations doivent être maintenant majorées de 10 à 20% pour les animaux non retrouvés.

    La compensation financière versée par la Confédération ne doit pas être un laisser passer pour continuer à dépenser l'argent des contribuables et il serait certainement plus judicieux de consacrer les budgets loups estimés dans sa globalité à environ 7 millions de francs à des recherches pour améliorer la qualité des productions alimentaires ou aider les personnes en difficulté.
    Il ne faut pas négliger non plus les problématiques bien documentées aujourd'hui par différentes organisations sur l'origine naturelle ou organisée du retour du loup, des loups hybrides qui ne sont pas protégés par la convention et qui prolifèrent, des résultats controversés et divergents entre laboratoires qui n'arrivent pas aux mêmes conclusions sur des sujets liés aux loups.

    Il y a quelques années, certains criaient haut et fort que le loup n'attaquait pas l'homme. Mais il faut tenir compte du nombre de loup grandissant qui s'approche de plus en plus des villages. Deux professeurs d'université de Caen ont étudié dans les registres sur 2 ou 3 siècles les prédations du loup sur l'être humain. Plus de 10 000 personnes décédées ont été identifiés sur un périmètre géographique restreint et tous les morts n'ont pas été consignés dans les livres. Depuis cette étude, la version du loup qui n'attaque pas l'homme a pris un coup de vieux.

    Nous entendons que la réapparition ou la réintroduction du loup est un facteur positif pour la biodiversité concept très à la mode qui englobe tellement de sujets. Une question me taraude. Qui est le meilleur acteur de la biodiversité, l'être humain et le berger ou le loup ? Si le berger est un acteur de la biodiversité pourquoi n'a t'il pas été convié aux discussions sur les traités ?
    Souhaitons qu'aucune personne dans les années à venir parti faire une promenade en montagne ne soit attaquée par un prédateur. Une chose est sure c'est que l'information maintenant circule et que les contradicteurs peuvent s'exprimer.
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  • Virginia Lange Walter, USA
    Virginia Lange Walter, USA vor 1 Woche
    It seems that if one could increase the herds of deer and wild boar, the wolves would ot go after so many sheep.
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