«E-Voting und E-Banking sind nicht vergleichbar»

Seit dem vergangenen Sommer ruht die elektronische Stimmabgabe in der Schweiz, was viele Auslandschweizerinnen und -schweizer enttäuscht. Bundeskanzler Walter Thurnherr über Stimmungsschwankungen, demokratische Prozesse und sein Motto: Sicherheit vor Tempo.

Thurnherr im «Revue»-Interview: «Hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben.»

Thurnherr: «Ich verstehe den Frust jener, die mitbestimmen möchten, aber nicht können.»

Walter Thurnherr zu seiner Gemütslage in Sachen E-Voting: «Nun, ich bin Stimmungsschwankungen unterworfen.» Fotos Danielle Liniger

«Schweizer Revue»: Herr Thurnherr, wie halten Sie es persönlich: Verpassen Sie je einen Abstimmungstermin?

Walter Thurnherr: Ich habe, soweit ich mich erinnere, noch keinen Termin verpasst und stimme jeweils brieflich ab, weil das schnell geht und sehr praktisch ist – wenn man nicht sehbehindert ist oder im Ausland lebt.

Wenn in der Schweiz die Wahlbeteiligung um einen Drittel einbräche: Wäre das für Sie ein Grund zur Besorgnis?

Die Wahlbeteiligung liegt schon heute unter fünfzig Prozent. Das bedeutet, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung über alles entscheidet. Ich finde schon das bedenklich.

Aber genau dies, ein markanter Rückgang, ist bei den Nationalratswahlen 2019 passiert: Die Wahlbeteiligung der im Ausland lebenden Stimmberechtigten brach zum Teil stark ein.

Nur kennen wir in diesem Fall vermutlich die Ursache: Der elektronische Stimmkanal fehlte. Das könnte man wieder ändern. Schlimmer fände ich es, wenn nicht klar wäre, warum die Stimmberechtigten das Interesse an Wahlen oder Abstimmungen verlieren.

Wegen des derzeit fehlenden elektronischen Stimmkanals häufen sich in der Redaktion der «Schweizer Revue» die Zuschriften enttäuschter Auslandschweizerinnen und -schweizer. Verstehen Sie diese Reaktionen?

Ja, klar. Vor allem von jenen, die vorher Zugang zum «Vote électronique» hatten und sich daran gewöhnt hatten. Ärgerlich ist es besonders für Personen, die nur kurz im Ausland leben und später in die Schweiz zurückkehren – weil sie von dem, was entschieden wird, direkt betroffen sein werden.

Das E-Voting ruht derzeit in der Schweiz. Ist es nicht vielmehr klinisch tot?

Ruhen heisst nicht klinisch tot. Aber auch nicht: Übermorgen sind wir soweit. Es ist noch nicht klar, wie es weitergeht. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. E-VotingGegner sammeln Unterschriften für eine Volksinitiative, die ein Moratorium fordert. Im Parlament sind verschiedene Vorstösse hängig. Auch wird sich zeigen, ob wir einen Betreiber haben, der ein sicheres System bereitstellt.

Sind Sie denn optimistisch?

Nun, ich bin Stimmungsschwankungen unterworfen. Noch vor vier Jahren wurde im Ständerat eine Motion nur knapp abgelehnt, die verlangte, dass der Bund die Kantone zwingt, bis zu den Wahlen 2019 E-Voting anzubieten. Wir sagten schon damals «Sicherheit vor Tempo» und erinnerten an die Autonomie der Kantone. Später, in der Vernehmlassung zu E-Voting, äusserten sich fast alle Kantone dafür, aber die Parteien grossmehrheitlich dagegen. Dann kam der Versuch der Post, ein vollständig verifizierbares E-VotingSystem einzuführen. Er offenbarte mehrere schwere, zum Teil peinliche Fehler und bewog die Post, ihr System vorerst zurückzuziehen. Und es hat ein genereller Sinneswandel stattgefunden.

Inwiefern?

Noch vor fünfzehn Jahren hiess es, das Internet ist eine sehr gute Sache für die Demokratien und schlecht für die Diktaturen. Heute sieht man es eher umgekehrt. All die erwähnten Punkte führten dazu, dass man heute sagt: Macht bloss keinen Unsinn. Aber ich bin sicher, wenn wir mal zwei, drei Kantone mit einem vollständig verifizierbaren System hätten, dann würde man sich in den Nachbarkantonen sofort fragen: Warum können die das und wir nicht? Vieles ist so entstanden in der Schweiz.

Die Signale aus Bundesbern zum E-Voting sind widersprüchlich. Einerseits haben Sie als Bundeskanzler den Auftrag, bis Ende Jahr einen neuen E-Voting-Versuchsbetrieb zu konzipieren, gemeinsam mit den Kantonen. Andererseits wächst der Druck aus dem Parlament, E-Voting aufzugeben. Von welcher Marschrichtung sollen denn nun die Schweizerin in Sydney oder der Schweizer in Ouagadougou ausgehen?

Wenn sie gut informiert sind, wissen die Schweizerin in Sydney und der Schweizer in Ouagadougou, wie es hierzulande läuft. Die politische Schweiz ist eine einzige Konsultationsmaschine und ein grosses «Chrüsimüsi»: Mal geht es einen Schritt vorwärts, dann zwei zurück. Die Dinge brauchen Zeit. Vergessen wir nicht: Auch über die briefliche Stimmabgabe, 1994 schweizweit eingeführt, fing die Diskussion in den 30er-Jahren an. Der Kanton Tessin führte sie für kantonale Angelegenheiten sogar erst vor wenigen Jahren ein.

Der Bundesrat verzichtete im letzten Sommer darauf, E-Voting flächendeckend einzuführen, und strebt stattdessen einen neuen Versuchsbetrieb an. Gepröbelt wird aber schon seit 2004, in mehreren Kantonen.

Beim neuen Versuchsbetrieb wollten wir einen Schritt weitergehen als bisher und ein System mit vollständiger Verifizierbarkeit testen. Das ist eine Bedingung für den breiteren Einsatz von E-Voting. Doch das entsprechende System der Schweizer Post wies Mängel auf. Im jetzt nochmals avisierten Versuchsbetrieb geht es darum, dass wir über diese Schwelle hinauskommen. Er entspricht unserer Politik, langsam, aber stetig vorwärtszumachen.

E-Voting steht vor allem wegen Sicherheitsbedenken in der Kritik. Ist sicheres E-Voting je möglich?

Hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben. Jeder elektronische Prozess lässt sich hacken oder beschädigen. Wir bauen aber so hohe Hürden ein, dass ein Hacker unverhältnismässig grossen Aufwand betreiben müsste und dass sein Versuch nicht unbemerkt bliebe. Das Ziel ist grösstmögliche Sicherheit, ähnlich wie bei Kernkraftwerken und Flugzeugen. Wer absolute Sicherheit verlangt, darf streng genommen auch nicht mehr in ein Flugzeug steigen.

Viele Wählende in der Fünften Schweiz teilen die Sicherheitsbedenken nicht. Sie monieren, man traue ihnen E-Banking und elektronische Behördenkontakte zu, da gälten die Risiken als vertretbar.

Das ist nicht vergleichbar. E-Banking beinhaltet einzelne Kunden-Server-Verhältnisse, beim «Vote électronique» geht es um das ganze System. Der Schaden wäre ungleich grösser. Schon nur der Verdacht, Abstimmungen könnten gehackt werden, tut der Glaubwürdigkeit des demokratischen Systems nicht gut. Darum stellen wir ans E-Voting viel höhere Sicherheitsanforderungen als an jedes andere elektronische System. Wir haben uns damit bei den Anbietern von E-Voting-Systemen keine Freunde gemacht.

Auch beim beliebten brieflichen Abstimmen kann es zu Manipulationen kommen. Und einige Tausend abgegebene Stimmen verlieren jeweils ihre Wirkung, etwa, weil die Unterschrift fehlt.

Der Vergleich hinkt ein wenig. Beim brieflichen Abstimmen sind vereinzelte Manipulationen möglich, aber kaum im grossen Stil. Beim «Vote électronique» ist die Angst die, dass man in den Server eindringen und das ganze Abstimmungsresultat verändern könnte. Die Kritiker fordern zu Recht, dass wir vorsichtig bleiben müssen, wenn es um unsere demokratischen Prozesse geht. Darum müssen wir erklären, was wir unternehmen, um E-Voting so sicher wie möglich zu machen.

Gäbe es andere Wege als E-Voting, um Auslandschweizern das Abstimmen und Wählen zu ermöglichen, das ihnen gesetzlich zusteht? Zum Beispiel mit dem elektronischen Versand der Unterlagen?

Den E-Versand finde ich keine gute Idee. Er ist bestimmt weniger sicher als vollständig verifizierbares E-Voting. Und er hilft nur gerade denjenigen Auslandschweizerinnen und -schweizern, deren Post zu langsam ist für den Hin- und Rückweg der Unterlagen, aber schnell genug für den halben Weg. E-Voting machen wir ja nicht allein für die Auslandschweizer. 350 000 blinde und sehbehinderte Menschen in der Schweiz könnten damit endlich das Stimm- und Wahlgeheimnis für sich beanspruchen. Der E-Versand nützt ihnen nichts.

Dann lieber die Stimmabgabe auf kurzem Weg, etwa auf der Botschaft des Wohnlandes?

Als ich in Moskau lebte, konnte ich mein Stimmcouvert dem diplomatischen Kurier übergeben. Wenn Sie allerdings in Wladiwostok oder Irkutsk daheim sind, finden Sie das keine so gute Idee, da Sie für jede Abstimmung nach Moskau fliegen müssten. Was manchmal auch vorgeschlagen wird: eine Verbindungsperson in der Schweiz zu bestimmen, die den zugeschickten Stimmzettel nach dem Willen der Stimmbürgerin, des Stimmbürgers im Ausland ausfüllt. Aber wollen die Auslandschweizerinnen und -schweizer wirklich auf das Wahlgeheimnis verzichten? Selbstverständlich sind wir offen für Verbesserungen. So haben wir die Frist, ab der die Unterlagen verschickt werden können, um eine Woche verlängert. Und Alternativen könnten aktuell werden, falls dem E-Voting in der demokratischen Ausmarchung ein Ende gesetzt werden sollte.

Kann auch ein eigener Wahlkreis für die Fünfte Schweiz eine Alternative sein?

Dafür müssen Sie die Verfassung ändern. Es gibt 760 000 Auslandschweizerinnen und -schweizer. Sie können eine Volksinitiative lancieren, wenn Sie das wollen. Ich befürchte allerdings, dass sich damit an den postalischen Zustellungsproblemen in einigen Wohnländern nichts ändern wird.

Im Kern geht es bei der Kritik aus der Fünften Schweiz wohl weniger um den Stimmkanal als ums verletzte Gerechtigkeitsempfinden. An Wahltagen manifestiert sich, dass nicht alle Schweizerinnen und Schweizer tatsächlich die verbürgten gleichen Rechte haben.

Ich verstehe den Frust jener, die mitbestimmen möchten, aber nicht können. Doch das Abstimmen per Brief wurde mit dem Vorbehalt eingeführt, dass es keine Garantie auf rechtzeitige Zustellung der Unterlagen gibt. Ich weiss das noch so gut, weil ich auch einmal den Auslandschweizerdienst des Aussendepartements leitete. Wenn die brasilianische Post das Stimmcouvert zu spät liefert, kann daraus kein Anspruch abgeleitet werden, dass die Abstimmung in der Schweiz wiederholt wird. Aber sonst ist die schweizerische Haltung diesbezüglich ja offen. Auslandschweizer behalten politische Rechte, auch wenn sie seit Generationen im Ausland leben. Das muss man vielleicht auch einmal sagen.

Zur Person: Walter Thurnherr ist seit 2016 Bundeskanzler und damit auch der oberste Verantwortliche für Wahlen und Abstimmungen. Zuvor war der gebürtige Aargauer und studierte Physiker in verschiedenen Funktionen in der Bundesverwaltung sowie im diplomatischen Dienst tätig, mit Aufenthalten in Moskau und New York.

Kommentare (26)
  • Katharina Campana, Kitchener, Ontario, Kanada
    Katharina Campana, Kitchener, Ontario, Kanada am 27.03.2020
    Nach langen Jahren mit e-Voting, vermisse ich es sehr, online abzustimmen. Sicherlich wird es Leute geben, die nicht mehr per Post stimmen werden, weil nun Frankierungskosten mitspielen... Freue mich, wenn das e-Votng wieder eingeführt wird.
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  • Peter Kläusli, Cape Town, Südafrik
    Peter Kläusli, Cape Town, Südafrik am 27.03.2020
    Wir haben es aufgegeben, da die Abstimmungsunterlagen meist kurz NACH dem Abstimmungssonntag eintreffen. Wir leben in Südafrika, und hier ist es schon eine Leistung, wenn ein Brief überhaupt seinen Weg findet. E-Voting wäre für uns der einzige Weg, um überhaupt an einer Abstimmung teilnehmen zu können.
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  • Peter Fässler, Vientiane, Laos
    Peter Fässler, Vientiane, Laos am 28.03.2020
    Bundeskanzler Walter Thurnherr selber erklärt, auch er stimme jeweils brieflich ab, weil das schnell geht und sehr praktisch ist – wenn man nicht sehbehindert ist oder im Ausland lebt.

    Letzteres ist absoluter Hohn; diesen Bundeskanzler müsste man eigentlich nur schon wegen dieser Aussage abkanzeln! Eine selten arrogante Aussage dieses Abstimmungstechniker-Halbgottes. Seit nunmehr bald ZWANZIG Jahren "pröbelt" man (nicht näher spezifiziert) daran herum. Ich möchte nicht wissen, wieviele Millionen Steuerfranken da schon buchstäblich verbraten wurden.

    Seit Jahrzehnten bieten Banken topverschlüsselte und gesicherte Transferelektronik an, mit welcher sich Millionen von Franken per Tastendruck verschieben lassen. Die Datenschutzsicherheit ist gewährleistet, obwohl bei Banken die Motivation des Betruges wohl wesentlich höher sein dürfte als bei einer Abstimmung, z.B. beim Thema Sommerzeit und Anpassungsfähigkeit des Viehs.

    Im gewohnten Bundeshauspluralismus ist bitte Thurnherr und Konsorten ausrichten, dass man mindestens einen Weg elektronisch (d.h. der Versand der Unterlagen) ausführen könnte; so geschieht es bei uns in Hinterindien mit Kreditkartenrechnungen aller Anbieter schon seit Jahren.

    Geht schneller, kostet weder Druck- noch Versandkosten und hat bis heute 100% fehlerfrei geklappt. Man kann ja auch nur den Stimmrechtsausweis elektronisch verschicken, ausdrucken, unterschreiben und, mit vom Internet heruntergeladenen Wahlzettel an die zuständige Gemeinde zurückschicken. Auch die gesamten Unterlagen dazu könnten vom Internet runtergelassen werden.
    Wer das nicht will, kann ja dann auf eigenen Wunsch/Gefahr auf Verspätung immer noch den ganzen Ablauf manuell per Briefpost bestellen.

    Aber eben, 20 Jahre pröbeln garantiert ein regelmässiges, langes Einkommen. Denen fehlt der sanfte Druck von hinten ins Kreuz, damit es "fürschi ghat"! Hier könnte die fünfte Schweiz massiv profitieren und die Schweiz wäre federführend im Standardsetzen eines Öffentlichkeitssektors und liesse sich allenfalls an andere Länder für deren Bedürfnisse verkaufen. Nur mit Galionsfiguren wie Thurnherr wird das wohl nichts, leider.
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  • Friedel Leopold Paierl, Phetchabun, Thailand
    Friedel Leopold Paierl, Phetchabun, Thailand am 28.03.2020
    Einen schönen Gruss aus Thailand! - Ich bin total für e-Voting, weil die Post hier so langsam ist, dass ein Antwortkuvert nicht rechtzeitig in der Schweiz eintrifft. Eigentlich schade, aber aus diesem Grund verzichte ich vorläufig bei Abstimmungen teilzunehmen.
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    • Willi Vollmer, Jomtien, Thailand
      Willi Vollmer, Jomtien, Thailand am 27.04.2020
      Lebe auch in Thailand und bekomme die Unterlagen immer erst nach der Abstimmung.
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  • Immer Markus, Philippinen
    Immer Markus, Philippinen am 28.03.2020
    Man spürt es deutlich! Da ist kein Wille zu einer Änderung oder Verbesserung vorhanden. Ist ja klar: Die CH-Parteien haben sich in ihren "Gärtchen" etabliert, fechten Scheingefechte aus, täuschen, lügen und verkaufen die Nation an die EU. Ich wette in den Hinterzimmern wird bereits darüber diskutiert, wie man der 5. Schweiz engültig den Garaus machen könnte... (Aberkennung des Bürgerrechts, bzw. nicht Anerkennung von Doppelbürgerschaften).
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  • Monique Ben Am, Israel
    Monique Ben Am, Israel am 28.03.2020
    Sagen Sie doch lieber gleich, dass wer nicht in der Schweiz wohnt, auch nicht mitbestimmen sollte. Wäre ehrlicher und hat zugegebenermassen sogar seine Rechtfertigung.
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    • Peter Fässler, Vientiane, Laos
      Peter Fässler, Vientiane, Laos am 30.03.2020
      @Monique Ben Am

      Ich bin da nicht ganz mit Ihnen einverstanden, was einen Stimmrechtsentzug rechtfertigen würde. Ich zahle heute noch gerne und freiwillig, nach 35+ Jahren, in schweizerische Sozialsysteme ein, bin dort unbillig auf eigenen Wunsch haftpflich- und krankenversichert, bleibe weiterhin "nur" Schweizer, obwohl ich die Nationalität meiner zweiten Heimat schon seit Jahrzehnten hätte beantragen können.

      Das Thema hier ist nicht die Berechtigung, sondern das sture, konstante Abwehren von zwischenzeitlich stinknormaler Technologie. Würde alles elektronisch aus der Schweiz verschickt, würde es die Kantone und Gemeinden finanziell wesentlich entlasten; keine Druckkosten, keine Versandkosten und keine Verspätungen. Ob dann die ausgefüllten Stimmunterlagen rechtzeitig die Schweiz erreichen, ist eine andere Thematik und nicht mehr ein Schweizerproblem, aber man würde 50% der Zeit sparen.

      Die Fünfte Schweiz, mit gut 20% der Gesamtbevölkerung, ist ein relevantes Stück des Wählerkuchens; dafür hat man in Bern sogar damals einen Botschafter Berlin damit beauftragt. Er war aber auch nur Wasserträger und nach fulminantem Auftritt in Bangkok hat man weder von ihm noch seinen Versprechen jemals wieder etwas gehört.

      Der grosse Teil der Auslandschweizer sind auch weiterhin, wenn auch mit möglicherweise erweitertem Horizont, der Schweiz und ihren Anliegen wohlwollend und freundlich gesinnt und wenn das Elektorat ein Auslandsstimmrecht bestimmt und einführt, dann ist dies bestmöglichst umzusetzen und nicht, wie durch Bundeskanzler Thurnherr und Konsorten, auszubremsen mit wirklich fadenscheinigen Ausflüchten und Begründungen.
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  • David Bernhard, England
    David Bernhard, England am 28.03.2020
    Es gab neben dem System der Post, das Mängel aufwies, ein zweites System, das unter der Leitung des Kantons Genf entwickelt wurde. Soviel ich weiss, folgten die genau dem Prinzip "Sicherheit vor Tempo" aber das Projekt wurde aus Kostengründen eingestellt. Wenn man die Idee wieder aufnehmen wollte, müsste man nicht bei Null beginnen sondern könnte dort ansetzen, wo Genf aufgehört hat.
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  • Alfred Steiner, Sri Lanka
    Alfred Steiner, Sri Lanka am 28.03.2020
    Man muss das Ganze auch noch im Zusammenhang sehen, dass wir Auslandschweizer kein Bankkonto mehr haben dürfen. Allerdings nicht alle, denn es gibt so findige Köpfe, die geben einfach die Adresse eines Verwandten, als Korrespondenzadresse an. Solange das niemand bemerkt, gehöre ich zu denen, die inzwischen viel Geld verloren habe, wegen des fehlenden Kontos in der Schweiz. Das Interresse sinkt einfach immer mehr, da das mit der Abstimmerei nun auch nicht mehr funktioniert. Ich bin vor 16 jahren ausgewandert und schon dazumal hat man über die Einführung von E-Voting gesprochen.
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  • Ismet Vural, Çanakkale-Dardanel, Türkei
    Ismet Vural, Çanakkale-Dardanel, Türkei am 28.03.2020
    Die Abstimmungsunterlagen treffen meist kurz nach dem Abstimmungsdatum ein... Die Leistung der Postämter im Ausland müssen nicht mit denjenigen der schweiz verglichen werden, die sind "obsolet".
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  • Paul Jann, Nagypáli, Ungarn
    Paul Jann, Nagypáli, Ungarn am 28.03.2020
    Ich bin sehr enttäuscht von unserer Regierung, dass Sie nicht im Stande ist, das E-Voting mit eingebauter Sicherheit zügig durchzusetzen.
    Sonst sind wir ja überall die Grössten, nur bei der Informatik gehören wir, so scheint es, nicht dazu. Meine Frau und ich fühlen uns bei der Ausübung unserer demokratischen Rechte sehr benachteiligt. Wir sind nicht sicher, dass unser briefliches Abstimmungs- oder Wahlcouvert rechtzeitig in unserem ehemaligen Wohnort ankommt. Es ist wie eine Lotterie und auch nicht kostenlos. So verliert man das Interesse an der Schweizer Demokratie.
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  • Adrien Sautier, Berne, Suisse
    Adrien Sautier, Berne, Suisse am 28.03.2020
    Une erreur s'est glissée dans la traduction française : "D’un côté, vous, le chancelier fédéral".
    Le poste de "chancelier fédéral" n'existe pas en Suisse. Le seul titre admis est celui qui découle de l'art. 179 Cst. et qui figure ici dans le chapeau, à savoir chancelier de la Confédération.
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    • Marc Lettau, Redaktion "Schweizer Revue"
      Marc Lettau, Redaktion "Schweizer Revue" am 01.04.2020
      Danke für den Hinweis. Die Korrektur ist inzwischen erfolgt.
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  • Eric Mathyer, Curitiba, Brésil
    Eric Mathyer, Curitiba, Brésil am 28.03.2020
    Bonjour,
    J'habite au Brésil depuis de nombreuses années. A de nombreuses reprises je n'ai pas pu participer au vote, car le matériel de vote arrivait trop tard au Brésil pour que je puisse renvoyer mon enveloppe et qu'elle arrive dans les délais (délai en payant le port courrier rapide entre 10 et 15 jours ouvrables soit environ 3 semaines... sans grève!). Ou alors l'enveloppe arrivait à moitié détruite et rendait impossible le renvoi par la poste. Durant l'essai vaudois du vote par internet j'ai pu exercer mon droit de vote sans aucun problème. Il est possible, usuel et souvent indispensable de faire de nombreuses opérations, bancaire ou administratives par exemple, en toute sécurité, ou en tous les cas avec autant ou plus de sécurité que par courrier international. Les réponses de Monsieur Walter Thurnherr font preuve d'une bien légère volonté de la Suisse de régler la question. L'abstentionnisme ne fera qu'augmenter si persiste un fonctionnement complètement dépassé. J'ai le droit de vote et la Confédération a le devoir de permettre d'exercer ce droit.
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  • William Comish, USA
    William Comish, USA am 28.03.2020
    "Our expatriate communities continue to have political rights, even though some expatriates have been based abroad for generations. Maybe that is worth mentioning too." Voter est un droit pas un privilège... Comme beaucoup de Suisses de l'étranger je suis certain que mon vote pour le premier tour des élections fédérales n'est pas arrivé à temps. Je suis très attaché au e-vote, mais si on ne peut plus le faire pour des raisons de sécurité je comprends. Inutile, par contre, de nous rappeler à la chance que nous avons de pouvoir voter depuis l'étranger: c'est un droit constitutionnel Et non pas un cadeau comme ce monsieur semble le dire...
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  • Jean-Pierre Maire, Torrente, Valencia, Espagne
    Jean-Pierre Maire, Torrente, Valencia, Espagne am 28.03.2020
    Discuter le e-voting c' est ralentir l ' inevitable. Un pays develope qui reste toujours en attente pour voir finit pas etre mal vu et manque de credibilite envers ses pairs.
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  • Jean-Luc Dania, Congo
    Jean-Luc Dania, Congo am 28.03.2020
    Vous ne voulez pas que les jeunes décident de leur future.
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  • David Brenner, Bolivien, La Paz,
    David Brenner, Bolivien, La Paz, am 28.03.2020
    Ich lebe und arbeite in Bolivien. Ich würde sehr gerne abstimmen. Leider kommen aber die Wahlunterlagen meist 2-3 Monate zu spät an, wenn überhaupt. Ganz einfach, weil die Post hier nicht funktionert. E-Voting wäre aus meiner Optik viel sicherer (zumindest was die rechtzeitige Ankunft der Stimmunterlagen betrifft). Ich kann unsere Politiker nur bitten: Macht vorwärts! Danke.
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  • Alfred Mathys, Ida Mathys, Bertha Mathys, Temascal, Oaxaca, Mexico
    Alfred Mathys, Ida Mathys, Bertha Mathys, Temascal, Oaxaca, Mexico am 28.03.2020
    Ich wohne in Süd-Ost Mexico, Alfred Mathys, Rancho el Suizo, 68430 Temascal, OAX. 500 Km von der Hauptstadt Mexico DF: Wenn sie das Stimmmaterial per mail versenden würden, könnte meine Familie auch brieflich abstimmen. Denn vom Zoll-Stempel zu mir sind es mindestens 6 Wochen, und da sind die Abstimmungen fast immer vorbei. Die Antwort hat nur 1 Woche, bis zum Abflug, das würde auseichen. Das Briefcouver könnte normal sei, müsste aber eine Abstimmungs-Adresse aufgeklebt haben, weches wir per mail erhalten.
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  • Matthias Lie, Australien
    Matthias Lie, Australien am 29.03.2020
    Lieber Walter Thurnherr: Wir haben, soweit wir uns erinnern können auch, noch keinen Abstimmungstermin verpasst. Bei den letzten Abstimmungen / Wahlen konnten wir aber leider nicht teilnehmen, da uns das Wahlrecht faktisch entzogen wurde.
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  • Maurice Couturier, Paris, France
    Maurice Couturier, Paris, France am 29.03.2020
    "Il n’y aura jamais de sécurité à 100 %. Tout processus électronique peut se faire pirater ou subir des dommages. Mais nous allons construire des digues de protection si élevées qu’un hacker devrait faire des efforts colossaux pour les percer, et que sa tentative ne passerait pas inaperçue. L’objectif est d’atteindre la meilleure sécurité possible, comme pour les centrales nucléaires et les avions. Les personnes qui exigent une sécurité absolue ne devraient pas non plus monter dans un avion."

    Il ne s'agit pas d'avion ou de centrale nucléaire qui sont des artefacts, il s'agit de l'organisation sociale des vivants et de leurs descendants donc de pouvoirs de luttes et d’intérêts divergents.

    Ce que vous CROYEZ : "construire des digues de protection si élevées" n'a pas de contrepartie, de réalité informatique. Il n'y a pas de moyens sûrs pour vérifier cela. De même la croyance que « cela se verra de toute façon » ne tient pas une nano seconde. Ceci est de la pure croyance sans possibilité de réalité.
    L'exemple du test de la Poste en témoigne. Des experts de bonne volonté ont tout fait pour concevoir un système sûr et ce fut une catastrophe.

    Ce que l'un pense, un autre peut le penser aussi ! Et personne ne peut penser à tout.
    Un logiciel peut simuler un bon fonctionnement sans que nous, humain, ne puissions détecter la fraude, nous ne percevons pas le bit, il faut de l’informatique pour contrôler l’informatique.
    La chaîne de traitement entre votre terminal et le décompte final est bien trop exposée à de multiples failles pour que la fiabilité d'un vote électronique ait un sens.
    Votre hypothèse du Hacker est doublement une tromperie.
    Un hacker n'est pas un pirate mais un expert.
    Ensuite ce n'est pas un pirate qui menace le système mais des organisations.
    Des forces qui ont les moyens d'agir et qui ont un but. Il y a intention.

    Ensuite vous glosez sur la sécurité à 100%. Une tromperie de plus.
    Si il y a estimation (sans que cela ait un sens) 0,000001% de chance de piratage et que celle-ci avait lieu, vous auriez 0,000001% de chance de la craindre alors qu'elle a eu lieu et qu'elle a été faite en sorte que vous ne le sachiez pas. Ce 0,000001% suffit pour rendre le système caduc d'autant plus gravement que ce 0,000001% vous trompe, ou sert à vous tromper.
    Un niveau de sécurité est un non sens.
    Il n'y a donc pas de sécurité totale possible donc pas de sécurité.

    Il faut aussi considérer que l’on utilise des machines dont il est interdit de regarder le code !
    Sans parler que changer ce code est d'une facilité déconcertante, mieux, un programme peut se changer lui-même et donc paraître un instant correct et le suivant ne plus l'être pour le redevenir ensuite !
    Le vote électronique est le moyen le plus sûr pour favoriser la tromperie.
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  • Peter Kropf, Villajoyosa (Alicante), Spanien
    Peter Kropf, Villajoyosa (Alicante), Spanien am 29.03.2020
    Ich habe die Abstimmungsunterlagen abbestellt. Das E-Voting ist der SVP sowieso ein Dorn im Auge. Ich erinnere mich an die 1.-August-Ansprache eines Appenzeller-Politikers, der forderte, den Auslandschweizern das Stimmrecht wegzunehmen. Die würden anders ticken als die Einheimischen und dadurch das Abstimmungsresultat verfälschen. Mit E-Voting stimme ich wieder ab.
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  • Martin Pfister, Jeddah, Saudi Arabien
    Martin Pfister, Jeddah, Saudi Arabien am 30.03.2020
    Es ist schlichtwegs inakzeptabel, dass man als Auslandschweizer so einfach seiner Bürgerrechte beraubt wird! Bürgerpflichten stimmen direkt mit Bürgerrechten überein - sollte und dürfte man meinen. Leider nicht so in der heutigen politischen Schweiz!
    Man kommt wirklich nicht um die Einschätzung herum, dass sich die Regierung viel zu wenig respektvoll um die im Ausland wohnenden Bürger kümmert. Viele Schweizer sind auch "nur" temporär für einige Jahre im Ausland und kehren anschliessend wieder zurück in ihre gewohnte Schweiz. Ebenso wie oben erwähnt ist es auch höchst bedenklich, dass man als offizieller Auslandschweizer keine Bankverbindung mehr aufrechterhalten kann. Allein diese beide Punkte sind schon skandalös genug, aber es zeigt ganz klar, wie die allgemeine Haltung gegenüber Auslandschweizern im Bundesbern ist!
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  • Martin Jüni, Bali, Indonesien
    Martin Jüni, Bali, Indonesien am 31.03.2020
    Ich bringe für all die dargebrachten Argumente kaum mehr Verständnis auf. Als ausgewanderter Schweizerbürger bleibe ich mit meiner Heimat verbunden. Man denke an die Sozialversicherungen, an unsere Ausweise, Post- und Bankkonti in der CH ...
    Ich möchte aber aber auch mal erwähnen, dass man nicht primär auswandert, weil es in der CH nicht gut ist, sondern weil es an anderen Orten auch schön ist. Ich bin und bleibe Schweizer und liebe meine Heimat!!
    Dass das Thema Sicherheit gross geschrieben wird, ist löblich! Aber mal Hand aufs Herz, die Meisten erledigen ihre Bankgeschäfte online und nun soll es im Ernst ein Problem sein, E-Voting sicher zu betreiben - da geht es um ganz andere Interessen.
    Den Rechtsbürgerlichen sind wir ein Dorn im Auge, ist schon klar! Wir sind gegangen und das ist der Preis, den wir dafür bezahlen. Wir sind Fahnenflüchtige, wir passen nicht in deren Weltbild. Es ist zwar ok, global Gewinne abzukassieren, aber wer geht, hat nichts mehr zu melden. Was haben die E-Voting Skeptiker/Gegner für ein demokratisches Verständnis!?
    Ich will von meinem Recht gebrauch machen können!
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  • Albert Moser, Dettighofen, Deutschland
    Albert Moser, Dettighofen, Deutschland am 01.04.2020
    Ich hoffe auch, dass dieser unglaubliche Zustand beendet wird. Ausgerechnet unsere hochtechnisierte Schweiz bringt kein sicheres E-Voting zustande? Wenn es um grosse Konti gehen würde, wäre dies den Rechtsbürgerlichen kein Aufwand zu schade, um das Problem zu lösen. Da die Fünfte Schweiz aber eher linksgrün wählt, bleibt dies vor allem für die SVP keinen Aufwand wert... Die neue Zusammensetzung des National- und Ständerates sollte sich um eine Verbesserung beim elektronischen Ausüben des Stimmrechtes für alle im Ausland lebenden Schweizer Bürger und Bürgerinnen bemühen.
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