«Mir gefallen besonders die praktischen Projekte»

Der in Sardinien aufgewachsene Auslandschweizer Savian Scanu über die Herausforderungen und Eindrücke während seines Studiums in der Schweiz.

Student Savian Scanu posiert unweit von Scuol (GR) der Bündner Bergwelt. Foto ZVG

Savian Scanu, Sie sind Auslandschweizer, aufgewachsen in einem Dorf auf der italienischen Insel Sardinien. Was hat Sie dazu bewogen, in der Schweiz zu studieren?

Ich habe mich wegen der hohen Qualität der Ausbildung für ein Studium in der Schweiz entschieden. Zudem wollte ich Deutsch lernen, da ich nur Schweizerdeutsch sprach. Der Wunsch, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen, war ein weiterer Grund, nach der Matura in Italien nach Zürich zu ziehen.

Sie haben sich an der ETH Zürich in Maschineningenieurwissenschaften eingeschrieben. Welches waren zu Beginn die grössten Herausforderungen?

Dem Unterricht auf Deutsch zu folgen und das generell hohe Niveau des Unterrichts: Das waren die zwei grössten Herausforderungen. Um die Zulassung an die ETH zu erhalten, musste ich das Sprachzertifikat C1 vorlegen. Nach ein paar Monaten wurde mir klar, dass die Fakultät nicht meinen Erwartungen entsprach. Ich brach mein Studium ab, arbeitete in der Schweiz unter anderem als Gärtner, lernte so die Arbeitswelt gut kennen und sparte Geld fürs Studium. Eingeschrieben habe ich mich schliesslich für ein Bachelorstudium in Umwelttechnik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Wo liegen die Schwerpunkte dieses Studienganges?

Ich habe mich schon immer mit Umweltfragen beschäftigt. Die Aktualität des Themas, der Praxisbezug und die grosse Auswahl an Vorlesungen haben mich angezogen. Der Studienplan des ersten Jahres beinhaltet Grundlagenfächer wie Mathematik, Klimatologie, Biologie. Danach kann eine Vertiefungsrichtung gewählt werden. Ich beschäftige mich in meiner Spezialisierung hauptsächlich mit nachhaltigem Tourismus.

Was gefällt Ihnen derzeit an Ihrem Studium besonders?

Mir gefallen besonders die praktischen Projekte, die wir in Zusammenarbeit mit Gemeinden und touristischen Destinationen durchführen. So arbeite ich zurzeit an einem Konzept für die nachhaltige Entwicklung des Tourismusangebotes von Scuol (GR). Wir fragen uns etwa: Wie kann die traditionelle alpine Landschaft erhalten und wie können Anreize für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel geschaffen werden?

Wie sieht Ihr Leben als Student in der Schweiz ganz allgemein aus?

Das Leben als Student in der Schweiz ist toll. In Zürich gibt es ein breites Angebot an kostenlosen Aktivitäten für Studierende, etwa im Bereich Sport. Im Sommer ist es zudem am See besonders schön.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Wenn alles gut läuft, schliesse ich im Dezember 2020 mein Studium ab. Danach will ich arbeiten. Wahrscheinlich werde ich zuerst einige Praktika absolvieren müssen. Diese sind in der Regel nicht so gut bezahlt, aber wichtig für den Einstieg in die Arbeitswelt.

Welchen Rat geben Sie jungen Auslandschweizerinnen und -schweizern, die in der Schweiz studieren möchten?

Das Wichtigste ist, rechtzeitig eine Wohnung zu finden, vor allem in Zürich. Eventuell kann man eine Wohnung mit anderen Studierenden teilen. Auch sollte man sich betreffend Krankenversicherung informieren. Angesichts der hohen Preise in der Schweiz kann ein Stipendium hilfreich sein: Bei der Bewerbung um ein Stipendium meines Heimatkantons wurde ich von educationsuisse unterstützt.

(RG)

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