Martin Suter

Weil dieses Jahr ein Schaltjahr ist, kann Martin Suter am 29. Februar wieder einmal Geburtstag feiern. Auch sonst hat er allen Grund, den Champagner zu entkorken. Der bald 72-jährige Zürcher ist der meistverkaufte Schweizer Schriftsteller, seit über zwanzig Jahren und international. Mit dem Roman «Small World» gelang ihm 1997 der Durchbruch. Da war er Ende vierzig, ein Spätberufener. Weitere bekannte Titel folgten, darunter «Die dunkle Seite des Mondes». Auch mit der Krimireihe um den dandyhaften Zürcher Ermittler Allmen reüssierte Suter. «Allmen und der Koi», der sechste Band, landete letzten Herbst direkt auf Platz eins der Bestsellerliste. Fast schon ein Stammplatz des Autors, dessen Werke mehrfach übersetzt und verfilmt wurden. Bevor er das Bücherschreiben zum Beruf machte, war Suter ein erfolgreicher Werber. Aus dieser Zeit kennt er die Welt der Chefetagen, die er später in Zeitungskolumnen so bissig wie witzig zu entlarven wusste. Das Schreiben betreibt er äusserst diszipliniert, doch Geistesarbeiter Suter ist auch ein Genussmensch. Er mag den stilvollen Auftritt, schöne Dinge, hatte einen Zweitwohnsitz auf Ibiza, aktuell in Marrakesch. Als «Gegenentwurf zum darbenden Künstler» bezeichnete ihn die «Süddeutsche Zeitung». Wie allen Autoren bereitet ihm aber der Strukturwandel im Buchhandel Sorgen. Jetzt experimentiert Suter mit einem digitalen Modell. Auf seiner Website www.martin-suter.com kann man Lesestoff, Videos und Podcasts abonnieren, für sechs Franken oder fünf Euro im Monat. «Weniger als der Preis eines Latte macchiato», findet er. Auch seine Kolumne «Business Class» lebt online wieder auf. Globalisierte Schweizer Banker und andere Exponenten des gehobenen Managements liefern ihm immer noch reichlich Material dafür.

Susanne Wenger

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