Annik Grob

Ans Auswandern denkt Annik Grob derzeit nicht. Die Zwölfjährige lebt mit ihrer Familie in Therwil im Kanton Basel-Landschaft und ist dort verwurzelt. Doch für einen Wettbewerb des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven versetzte sich Annik in die Haut eines jungen Mädchens, das seine Heimat verlässt. «Wenn ihr auswandern würdet, welche zehn Dinge würdet ihr einpacken?» lautete die Frage, die das Museum Kindern und Jugendlichen stellte und sie einlud, ihren ganz persönlichen Auswandererkoffer zu gestalten. Die elf kreativsten Werke fanden den Weg in eine Sonderausstellung – darunter auch Anniks Koffer.

Die Schülerin überzeugte die Jury mit der Idee, neben neun anderen Dingen ein umfangreiches Buch einzupacken: «Irgendein Buch über Pferde, das 20 000 Seiten hat, weil ich dann sehr, sehr lange darin lesen könnte.» Nämlich so lange, «bis ich die Sprache meiner neuen Heimat gelernt hätte und dort neue Bücher kaufen könnte». Und falls dies mit der fremden Sprache noch nicht klappen sollte, könnte sie sonst wieder von vorne beginnen, «weil ich bestimmt den Anfang des Buches schon wieder vergessen habe, wenn ich die 20 000 Seiten gelesen habe».

In Anniks Auswandererkoffer finden sich zudem ein Radiogerät, eine CD der Rapperin Namika, ein Fotoapparat, Kleidung, Geld, ein Etui mit 40 Farbstiften, die Identitätskarte, Schmuck und ihr Schulpferd «Resuelto». Zumindest bis Bremerhaven ist Anniks Koffer bereits gereist. Von der Hafenstadt an der Nordsee brachen im 19. Jahrhundert mehr als sieben Millionen Auswanderer in die Neue Welt auf. Die Schülerin kann sich durchaus vorstellen, eines Tages in ein anderes Land zu ziehen. «Immer am gleichen Ort zu sein, ist langweilig.»

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