Leserbriefe

Zehn Jahre Kosovo – und was das mit der Schweiz zu tun hat

Es tönt jetzt sehr verklärt, als ob die Beziehung zwischen Schweizern und Kosovaren ein Musterbeispiel wäre. Fakt bleibt aber, dass die Kriminalstatistik ein etwas anderes Bild widerspiegelt und das Verhalten einiger junger Kosovaren im Verkehr oder im Ausgang von wenig Respekt ihrem Gastland gegenüber zeugt. Da bleibt noch viel Integrationsarbeit übrig.

Markus Flury, Hua Hin, Thailand

Ein Artikel, der als Auslandschweizer gut nachvollziehbar ist. Allerdings, «das Land aus dem Würgegriff der raffgierigen Elite zu lösen» ist ein (fast) globales Problem, in dem kleinen Land Kosovo nur umso deutlicher zu sehen.

Flow Bohl, London, Grossbritannien

Ich bin vor vier Jahren mit dem Velo durch den Kosovo gereist. Hatte vorher praktisch nichts über das Land gewusst, aber ich war extrem positiv überrascht. Ein sehr schönes Land, das trotz all den Problemen, fehlender Infrastruktur, Arbeitslosigkeit und Korruption eigentlich recht optimistisch wirkt. Ich hatte auf jeden Fall den Eindruck, dass das ein aufstrebendes Land ist und dass die nächsten zehn Jahre definitiv besser werden als die letzten zehn Jahre. Pristina ist zudem eine wirklich tolle Stadt. Das mit der im Sommer zurückkehrenden Diaspora habe ich auch mitbekommen. Ich habe noch nie im Ausland so viele Schweizer Nummernschilder gesehen wie im Kosovo!

Pius Ott, Melbourne, Australien

Bei aller Zurückhaltung. Neben den bejubelten Toren haben jahrelange negative Schlagzeilen einen faden Nachgeschmack hinterlassen. Ich denke, es wäre der Schweiz besser ergangen ohne den kulturellen Zustrom.

Martin Anliker, Ecuador

Es ist schade, wenn Serbien als grosser, böser Unterdrücker dargestellt wird. Man darf nicht vergessen, dass der Kosovo mehr als 1000 Jahre lang das kulturelle und religiöse Zentrum Serbiens und seiner orthodoxen Kirche war. Die Albaner im Kosovo sind das Ergebnis einer massenhaften Migration, die vom Osmanischen Reich organisiert wurde, da es für die Türken schwierig war, der serbisch-orthodoxen Bevölkerung Einhalt zu gebieten. Also haben sie die benachbarten Albaner geschickt, die sich gerade zur osmanischen Sache und zum Islam bekannt hatten. Der Kosovo ist eine politische Herausforderung für die USA und Europa, und seine Geschichte und Konflikte sind rein politischer Natur. Trotzdem: alles Gute zum Geburtstag, Kosovo!

Syed Siraje, Onlinekommentar

Die finanzielle Hilfe der Schweiz während des Wiederaufbaus hat für die Bevölkerung im Balkan und insbesondere auch in Bosnien-Herzegowina, Serbien, Kosovo enorm viel gebracht, etwa beim Wiederaufbau von Spitälern oder im Bereich der Lehrberufe. Ich persönlich würde es schätzen, wenn in diesen Ländern Gesetzesstatute wie in der Schweiz eingeführt würden: Naturschutzgesetze, Tierschutzgesetze, Gesetze zum Schutz von Leib und Leben, Opferhilfe, Kinderschutz (insbesondere für Aussereheliche), gute Versicherungsrechte, klare Besitzstandsregelungen. Die Schweiz könnte in diesen Bereichen als Modell dienen. Leider muss ich als Auslandschweizer feststellen, dass vieles, was ich eben aufgezählt habe, hier nicht existiert und auch der Wille und die moralische Bereitschaft fehlt, solche Gesetze zu schaffen. Eines der Hauptprobleme ist aus meiner Sicht etwa die Entsorgung der Abfälle. Es existieren keine Abfallentsorgungsanlagen und die Umgebung der Städte wird zunehmend mit Abfällen verseucht. Man hat das Problem überhaupt nicht im Griff. Deshalb bitte ich die Vertreter unserer Diaspora, egal ob sie in Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Montenegro oder Serbien leben, sich einzusetzen, damit mit Hilfe der Schweiz geeignete Abfallentsorgungsanlagen gebaut werden. Damit würde ein Beitrag geleistet, dass wir der jungen Generation eine schöne Naturlandschaft hinterlassen könnten.

Goran Vasovic, Prijepolje, Serbien

Velofahrer in der Schweiz suchen die Überholspur

Velos sind eine tolle Alternative, um sich in der Schweiz fortzubewegen. Natürlich braucht man in Grossstädten wie Zürich eine Infrastruktur mit gesonderten Velospuren, was politischen Willen und eine Finanzierung voraussetzt. Es ist schön, dass Mietvelos jederzeit verfügbar sind, aber ich nehme an, dass diese meist von Touristen genutzt werden – oder werden sie auch von Einheimischen gemietet? Dänemark ist ein grossartiges Veloland, das zur Nachahmung anregt. Ich bin zwei Jahre lang mit dem Velo in Dänemark herumgefahren, und es war wunderschön.

Mike Rigert, Lehi, Utah, USA

Zusätzlich zum Fahrrad könnte man, wie früher auch schon, einen autofreien Sonntag pro Monat einführen. Das sorgt für bessere Luft und erlaubt ganz allgemein den Familien den Ausgang ins Freie ohne Lärm.

Madeline Murphy, Onlinekommentar

Comments (1)
  • Sophie Flatz Murray
    Sophie Flatz Murray at 26.08.2018
    What a thrill to meet another Swiss lady, SWISS REVIEW in hand, at our 2000 population retirement community. Iceing on the cake, she's from St Gallen, too!
    Übersetzung anzeigen

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