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Wie wählen Schweizerinnen und Schweizer im Ausland?

Regelmässig wird nach Wahlen und Abstimmungen die Frage gestellt: Stimmen die im Ausland lebenden 
Schweizerinnen und Schweizer anders als die in der Schweiz lebenden Stimmberechtigten? Und wenn ja, wie? 
Eine Analyse im Rahmen des Möglichen.

Die Frage nach dem Wahl- und Abstimmungsverhalten der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer kann nur punktuell beantwortet werden. Grund dafür ist, dass nicht alle Kantone ihr Stimmverhalten separat ausweisen. Aus den wenigen vorhandenen Daten aus den Kantonen Genf, Waadt, Luzern, Aargau, Thurgau, St. Gallen und Wallis geht jedoch hervor, dass die parteipolitischen Präferenzen der Wählerinnen und Wähler im Ausland von einem Kanton zum andern sehr unterschiedlich sind. Ob die wahlberechtigten Auslandschweizer in einer bestimmten Weltgegend, beispielsweise in den USA oder in Südostasien, ähnliche Präferenzen haben, kann überhaupt nicht eruiert werden, da bei den Statistiken zu den Stimmen aus dem Ausland nicht nach deren Herkunft unterschieden wird.

Überraschende Details

Bei den Parlamentswahlen vom 23. Oktober 2011 liefern die vorhandenen Daten einige interessante Aspekte:

Die Grünen waren bei den Auslandschweizern in allen Kantonen klar – zum Teil sogar massiv – erfolgreicher als im Kantonsdurchschnitt.

Die SP schnitt bei den Auslandschweizern überall ­ausser im Kanton Waadt überdurchschnittlich gut ab.

Die FDP war bei den Auslandschweizern in den Kantonen ­Aargau und Thurgau erfolgreicher als im kantonalen Durchschnitt, in Genf, der Waadt, Luzern und im Wallis dagegen weniger erfolgreich.

Die CVP erzielte bei den Auslandschweizern in Genf und in der Waadt überdurchschnittliche Resultate, in Luzern, im Aargau, Thurgau, in St. Gallen und im Wallis hingegen unterdurchschnittliche.

Vergleiche mit früheren Urnengängen

Gegenüber 2007 haben bei den Auslandschweizern in Genf die Grünen, die FDP und die CVP zugelegt, während SP und SVP Stimmenanteile eingebüsst haben. In der Waadt haben sich die Grünen, CVP, SVP und SP steigern können, während die FDP zusammen mit den Liberalen Stimmenanteile verloren hat. In Luzern hat die SVP leicht zugelegt, während CVP und FDP an Terrain verloren haben.
Auffallend ist auch, dass die SVP bei den Auslandschweizern in vier der sechs untersuchten Kantone stärkste Partei ist (LU, AG, TG, SG). Vor vier Jahren hatte sie in keinem der drei Kantone, welche damals die Auslandschweizer Resultate bekanntgaben (GE, VD, LU), den Spitzenplatz belegt. Allerdings schneidet 
die SVP in allen Kantonen, in welchen sie nun an 
der Spitze liegt, bei den Auslandschweizern zwischen 4,4 und 14,2 Prozentpunkte schwächer ab als im Kantonsdurchschnitt. Einzig im Wallis erzielte die SVP im Ausland mehr Stimmenanteile als im kantonalen Durchschnitt.

Forderungen zu E-Voting

Die unten stehenden Grafiken zeigen detailliert die Wähleranteile der einzelnen Parteien bei allen Stimmberechtigten der jeweiligen ­Kantone sowie die Parteistärke, wenn nur die abgegebenen Stimmen der Auslandschweizer berücksichtigt werden.
Dem nebenstehenden Aufruf können Sie entnehmen, dass sich die Auslandschweizer-Organisation (ASO) zum Ziel gesetzt hat, allen Stimmberechtigten das Stimmen und Wählen über Internet zu ermöglichen. Dies würde aus Sicht der ASO die politische Partizipation der Auslandschweizer massiv erleichtern und deshalb auch eine höhere Stimmbeteiligung zur Folge haben. Zudem ist E-Voting auch ein Anliegen der in der Schweiz lebenden Stimmberechtigten – insbesondere der jüngeren Generationen. (BE)

Legende zu den nebenstehenden Grafiken