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Trouvaillen

«Kunscht isch geng es Risiko»

Mani Matter, als Chansonnier und Liedermacher eigentlich unnachahmlich, denn keiner kann wie Mani Matter die Sprache zu Bildern formen. Und doch wird Mani Matter seit Jahrzehnten immer wieder «kopiert», von Schulkindern genauso wie von Rockgrössen. Und nun gibt es die Mani-Matter-Songs auch noch als vierstimmigen A-cappella-Gesang. Fast zehn Jahre hat das Kammerton-Quartett aus Winterthur an der CD «Kunscht isch geng es Risiko» gearbeitet. Was herausgekommen ist, darf ohne Einschränkungen als gelungen bezeichnet werden. Ganz nah am Original bleiben die Melodien, die Arrangements sind einfallsreich, voller Charme und Witz – und sie sind gesanglich von höchster Qualität. Die vier Sängerinnen und Sänger des KammertonQuartetts haben den klassischen A-cappella-Gesang höchst liebevoll mit dem Original verschmolzen. Nichts wirkt akademisch oder gekünstelt: Grob schimpft da «dr Glünggi», sehnsuchtsvoll schmachtend wird «’s Heidi» besungen, der Eisbär knurrt beim «Eskimo» und beim «Sidi Abdel Assar vo El Hamma» wird so vielstimmig gesäuselt, dass es eine wahre Freude ist.

CD «Kunscht isch geng es Risiko – Mani Matter a cappella»; Zytglogge Verlag, Bern; CHF 29.–, EUR 26.–. Zu beziehen auch unter www.kammerton.ch

Von Bern nach Lissabon

«Manchmal kann eine schicksalhafte Begegnung ein ganzes Leben ändern.» Diesen Satz schreibt Pascal Mercier, Philosoph und Schriftsteller mit Wurzeln in Bern, in seinem Roman «Nachtzug» nach Lissabon. Das war 2004. Das Buch war sofort ein Bestseller, es wurde in 32 Sprachen übersetzt. Die Geschichte des einsamen und verschrobenen Berner Gymnasiallehrers, der sich nach einer kurzen Begegnung mit einer Portugiesin aus seinem Leben davonmacht, lässt niemand kalt. Nun ist das Buch verfilmt worden – mit Starbesetzung. Regie führt der Däne Bille August, die Rolle des Lehrers Raimund Gregorius spielt Jeremy Irons. Neben ihm auf der Leinwand sind unter anderen Charlotte Rampling, Christopher Lee, Mélanie Laurent und Bruno Ganz. Erstaunlich ist, wie es der Regisseur schafft, die komplizierte Erzählstruktur des Buches auch im Film aufleben zu lassen. Jeremy Irons spielt seine Rolle hinreissend. Bei seiner Suche in Lissabon nach den Details aus dem Leben eines portugiesischen Autors und Arztes wird man von der Geschichte, aber auch von der Stadt völlig aufgesogen. Der Film hatte an den Internationalen Filmfestspielen in Berlin im Februar Premiere und kommt nun weltweit in die Kinos. Man sollte ihn auf keinen Fall verpassen.

Literaten am Herd

Hier erzählen Schriftsteller – nicht von ihren Lieblingsbüchern, sondern von ihren Lieblingsrezepten. Die Literaturkritikerin Angelika Overath und ihr Gatte Manfred Koch haben Autorinnen und Autoren gebeten, ihre Lieblingsrezepte zu notieren und dazu jeweils eine Geschichte zu erzählen. «Ob nun autobiografisch, ob ein Essay, das sich rein aus der Zutatenliste ergibt, ob eine völlig fiktive Geschichte, ganz egal, nur, lieber Dichter, lasse die Welt an deiner Gaumenfreude teilhaben», so lautete ihre Bitte. 37 Autoren haben sich nicht zweimal bitten lassen und ihrem Beitrag zum Buch «Tafelrunde» beigesteuert. Sie schwelgen in Kindheitserinnerungen, erwecken Geschmäcke und Gerüche zum Leben. Der Berliner Schriftsteller Michael Kumpfmüller bereitete ein Knoblauchhuhn und erzählt vom Gott des Knoblauchs, Franz Hohler bereitet mit Hingabe eine Brennnesselsuppe, Lea Singer berichtet vom perfekten Geburtstagsmenü für ein 40-jähriges Kind und Hans Magnus ­Enzensberger zeigt mit seiner «Kaltmamsell» weniger das Talent zum grossen Koch denn die Gabe, Freunde mit Einfachem zu bezaubern. «Tafelrunde» ist ein ungewöhnliches, gelegentlich abenteuerliches «Kochbuch», bestens geeignet, um im Kreise von Freunden zu experimentieren, zu lesen und zu geniessen.

«Tafelrunde. Schriftsteller kochen für ihre Freunde»; Angelika Overath; Luchterhand-Literaturverlag; 382 Seiten; CHF 29.90.; Nur in Deutsch.
Auch als E-Book erhältlich.