Leserbriefe

Eine Geschichte aus Deutschland

Im Zusammenhang mit dem Artikel über John Knittel möchte ich noch auf ein Detail hinweisen. Knittel verarbeitete in seinem Roman «Via Mala» die Gerichtsakten eines Mordfalles an einem tyrannischen Sägewerksbesitzer. Die Sägerei befindet sich in der heutigen Gemeinde Kirchensittenbach bei Nürnberg. John Knittel verlegte wegen der besseren Wirkung die Handlung des Romans in die schauerliche Via Mala. Zufall ist, dass der Schweizer-Verein Nürnberg seit über 40 Jahren seine Bundesfeier in Kirchensittenbach feiert. Deshalb wissen wir von dieser Geschichte. 

Vreni Fenske-Gmür, Vorsitzende Schweizer-Verein Nürnberg

Gehirnfutter

Seit ich die «Schweizer Revue» lese, bin ich besser informiert als zu der Zeit, als ich noch in der Schweiz wohnte. Ich danke Ihnen für das hohe Niveau der Zeitschrift und gratuliere Ihnen dazu. Der Artikel über unsere Landessprachen vom Dezember 2014 regt zum Denken an – sowohl in lokaler als auch in globaler Hinsicht. Ich möchte gerne zwei Fakten anfügen: Laut Neuropsychologen und Neurowissenschaftlern soll das Gehirn bereits vor der Geburt und auf jeden Fall beim Neugeborenen mit unserer eigenen und anderen Sprachen angeregt werden. Beginnen wir also so früh wie möglich und profitieren wir vom Privileg unserer vier Landessprachen, indem sie zusammen mit dem Englischen von Anfang an in der Schule gelehrt werden! Letzteres, damit unsere Kinder auf dem internationalen Parkett beste Chancen haben. 

Pierre Saubermann, Arzt, Huningue, Frankreich

Bitte verschonen Sie uns

Es ist einfach nur zynisch, über das Buch von Verena Stefan «Die Befragung der Zeit»  einen solchen Artikel zu verfassen. Besonders schockiert hat mich der Satz: «Umso eindrücklicher prägt sich das Bild einer engherzigen, von Doppelmoral triefenden Gesellschaft ein. Mit den Worten von Doktor Brunner? ‹Abtreibung ist nach wie vor die sicherste Verhütungsmethode, das wissen auch die Herren Obrigkeiten genau. Schliesslich nehmen sie sie häufig genug für ihre Gattinnen und Mätressen in Anspruch›.» Wie kann man Abtreibung als «sicherste Verhütungsmethode» bezeichnen?! Abtreibung ist Mord – da helfen alle ach so akademisch hochstehenden Diskussionen nichts, denn bei der Zellteilung in der ersten Sekunde ist ein Menschenleben «aktiviert» worden. Bitte verschonen Sie uns zukünftig mit solch einseitigem Feminismus-Dreck. Danke.

René Lütold, Dipl. Ing., Chiangmai und Bern

5-Sterne-Bunker

Ich bin über die Umfunktionierung der Schweizer Alpenfestungen in Erlebnisparks für die Reichen dieser Welt sehr schockiert. Die Umfunktionierung an sich ist eine gute Idee, aber – nochmals – der Kniefall vor den Gutbetuchten ist jämmerlich! Wer kann sich eine Übernachtung oder ein XXL-Schliessfach in diesen Luxusbunkern leisten und wie viel hat dieser Relook gekostet? Das Bild der Schweiz als Land der Reichen wird so im Ausland noch untermauert. Über einen Satz in Ihrem Artikel lässt sich gut philosophieren: «Und so dienen die alten Festungen eben nicht mehr dem Schutz von Volk und Staat, sondern dem Schutz von Hab und Gut.» Zum Sinnieren, oder?

Rolande Michoud, Pludual, Frankreich

Die «NZZ» ist das Sprachrohr der FDP 

«Die liberale, aber differenziert-kritische Haltung der ‹NZZ›»! Wow, liebe Frau Engel – wer hat Ihnen das eingeflüstert? Die «NZZ» ist DAS Sprachrohr der FDP und die FDP ist Teil des leider bis heute ignorierten Coup d'État vom 12. Dezember 2007 (Anm. der Red.: Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher.) Die «NZZ» verbreitet keine differenzierten Analysen, sondern Meinungen, und die sind glasklar Mitte-links angesiedelt (mit etwas liberal wirtschaftlichem Anstrich). Das kommt dem Geld- und Wirtschaftsadel nämlich gerade recht! In einem Sumpf von Inkompetenz und Ideologie-Geschwätz kann man sich unauffälliger bewegen und Tatsachen schaffen, nämlich die Schweiz als Zone Economy der EU.

Markus Immer, Philippinen

Bemerkenswert

Seit vielen Jahren lese ich die «Schweizer Revue» und bin sehr dankbar für die interessanten Beiträge und die reflektierte Berichterstattung. Besonders bemerkenswert fand ich im neuesten Heft den Artikel von Georg Kohler über Parlament, Polarisierung, politische Klasse und die Stimme des Volkes. Er zeigt nüchtern und verständlich auf, wie wichtig eine konsensorientierte Arbeit der politischen Parteien für das Funktionieren der direkten Demokratie ist und wie sehr polarisierende Initiativen und das Polemisieren gegen eine «Classe politique» genau diese Form der Demokratie bedrohen. Gerade im Wahljahr 2015 würde ich mir wünschen, dass ein solcher Text auch an alle Haushalte in der Schweiz verteilt wird.

Hans Rudolf Leu, München 

Hervorragende Analyse

Georg Kohlers Analyse der Entwicklung unseres politischen Systems ist hervorragend. Wenn er im Zusammenhang mit dem Wahljahr über unseren Kleinplaneten spricht, der als autonomer Fels sich oftmals heftig mit seiner globalen Orientierung auseinandersetzt, so dürfte sich nach der Freigabe des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro diese Diskussion noch intensivieren. Seit drei Jahren in Deutschland wohnend, und die unsäglichen Diskussionen um PEGIDA, LEGIDA oder ähnliche Proteste verfolgend, bin ich der Meinung, dass die politischen Parteien im bevorstehenden Wahlkampf sich auf die wichtigsten Zukunftsthemen des Landes konzentrieren sollten. Eine vernünftige Neuorientierung kann nicht aus gegenseitigen Provokationen entstehen. Jede Partei, insbesondere die SVP, hat sich darüber Rechenschaft zu geben. 

Wilhelm Tschol, Deutschland

Comments (8)
  1. Natasha Bulajic-Prostran Natasha Bulajic-Prostran at 19.03.2015
    Mich irritiert der Titel "Auslandschweizer"..könnte mir mal den jemand bitte erklären? Wie lange ist denn ein Ausländer - Ausländer...wie viele Generationen muss ein Zuwanderer schon gelebt haben, damit er als vollwertiges Schweizer Mitglied bezeichnet werden kann ?? Überall auf der Welt reisen Menschen umher, lassen sich nieder, werden Bürger des entsprechenden Landes..bereits ab Geburt! Ich kann noch 100 Jahre in der Schweiz zu Hause sein, werde aber stets als Auslandschweizer bezeichnet - wie bitte soll ich mich denn dabei fühlen, als was soll ich mich eigentlich bezeichnen - bin weder Fisch noch Vogel. Ich finde das sehr, sehr traurig!!
    1. Klaus Wehrlin, Süd Afrika Klaus Wehrlin, Süd Afrika at 20.03.2015
      Falsch verstanden Natasha Bulajic-Prostran. Auslandschweizer sind nicht Schweizer "ausländischer" herkunft, sondern Schweizer die im Ausland leben und sich trotzdem noch als Schweizer fühlen.
  2. Urs Möckli Urs Möckli at 21.03.2015
    Urs Möckli, Philippinen
    Lieber Klaus Wehrlin, Sie denken Natasha Bulajic-Prostran hat diese Auslegung falsch verstanden. Wie denken denn die Schweizer die in der Schweiz leben, was ein Auslandschweizer ist? Vorsicht, Sie könnten das ganze genau so Missverstehen. Wer was, wie versteht, kann man nur begreifen, wenn mann es so beschreibt, dass ein Irrtum ausgeschlossen ist und man sich ein Feedback des Gegenüber einholt. Das ist ja Heute ein riesen Problem. Wir sprechen deutsch und glauben das unser deutsch sprechendes Gegenüger uns somit genau verstehen muss. Achtung grosser Irrtum ! Löst den jedes Wort bei jedem die selben Gefühle und Sichtweisen aus ? Zudem ist Heute die Mehrheit daran interessiert seine Meinung durch zu ringen. Man hört einander gar nicht mehr richtig zu, weil man zu stark auf das eigene Wort konzentriert. So sehe ich das Ganze, aus Beobachtungen von Politsendungen, Streitgesprächen und auch aus eigener positiver und negativer Erfahrung. Es freut mich wenn der eine oder andere ein bisschen über meine Meinung nachdenkt.
    1. aeye ophir aeye ophir at 27.03.2015
      Ja,Ihr Werten, so ist es halt wenn kleingeistige Orthographie zu grosser Philosophie wird... Haupsache, es gibt keine wirkliche Probleme. Arye Ophir.
    2. aeye ophir aeye ophir at 27.03.2015
      Ja,Ihr Werten, so ist es halt wenn kleingeistige Orthographie zu grosser Philosophie wird... Haupsache, es gibt keine wirkliche Probleme. Arye Ophir.
  3. Robert Wecker Robert Wecker at 17.04.2015
    Ungleichmäßige Verteilung der konsularischen Vertretungen in Deutschland.

    Meine Frau und ich wurden aufgefordert, von Düsseldorf nach Frankfurt zu kommen, zwecks Datenerfassung für unsere neuen Pässe. Im Rhein-Ruhrgebiet wohnen ca. 10 Millionen Einwohner. In der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main aber nur ca. 2 Millionen. Es kann logischerweise angenommen werden, dass im Rhein-Ruhrgebiet 5-mal mehr Schweizer wohnen als in und um Frankfurt. Es wäre sicher besser gewesen, das Düsseldorfer Konsulat beizubehalten. Die Schweizer im Frankfurter Raum bräuchten nur etwas mehr als 1 Stunde, um zur nächsten Schweizer Konsulat nach Stuttgart zu fahren. Es ist schon eine Zumutung, die Schweizer im Rhein-Ruhrgebiet auf eine 2 Stunden Fahrt nach Frankfurt zu schicken. Wir sind 75 und 72 Jahre alt. Es ist schon eine Zumutung, uns mit solchen Strapazen zu belasten. Wir sind auch verärgert über den hohen Preis eines neu auszustellenden Schweizer Passes. Ein Deutscher Pass kostet um die € 100.-- weniger!
    Das unverschämteste aber war, dass bei der Benachrichtigung des Schweizer Konsulates in Frankfurt an uns anstelle eines freundlichen Grußes am Ende stand: „Keine öffentliche Toilette im Gebäude“.
    Robert Wecker, Ratingen
    1. Peter Bandi Peter Bandi at 07.08.2016
      Hallo Robert Wacker
      Sind Sie überrascht, ich nicht, denn ich wohne in Mallorca und muss nach Barcelona, denn auf der Insel gibt es keine Möglichkeit. Haben Sie noch nicht bemerkt, dass Sie aus einem Abzockerland kommen. Dies ist nicht nur bei Gebühren, sondern auch bei den Krankenkassenprämien. Wir sind im selben Alter wie ihr.
      Grüsse von der Insel nach Düsseldorf
  4. Robert Wecker Robert Wecker at 17.04.2015
    Ungleichmäßige Verteilung der konsularischen Vertretungen in Deutschland.

    Meine Frau und ich wurden aufgefordert, von Düsseldorf nach Frankfurt zu kommen, zwecks Datenerfassung für unsere neuen Pässe. Im Rhein-Ruhrgebiet wohnen ca. 10 Millionen Einwohner. In der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main aber nur ca. 2 Millionen. Es kann logischerweise angenommen werden, dass im Rhein-Ruhrgebiet 5-mal mehr Schweizer wohnen als in und um Frankfurt. Es wäre sicher besser gewesen, das Düsseldorfer Konsulat beizubehalten. Die Schweizer im Frankfurter Raum bräuchten nur etwas mehr als 1 Stunde, um zur nächsten Schweizer Konsulat nach Stuttgart zu fahren. Es ist schon eine Zumutung, die Schweizer im Rhein-Ruhrgebiet auf eine 2 Stunden Fahrt nach Frankfurt zu schicken. Wir sind 75 und 72 Jahre alt. Es ist auch eine Zumutung, uns mit solchen Strapazen zu belasten. Wir sind auch verärgert über den hohen Preis eines neu auszustellenden Schweizer Passes. Ein Deutscher Pass kostet um die € 100.-- weniger!
    Das unverschämteste aber war, dass bei der Benachrichtigung des Schweizer Konsulates in Frankfurt an uns anstelle eines freundlichen Grußes am Ende stand: „Keine öffentliche Toilette im Gebäude“.
    Robert Wecker, Ratingen

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