Die Schweizer U17-Fussballnationalmannschaft – alle Spieler sind noch keine 17 Jahre alt – sind dank einer sportlichen Glanzleistung im letzten November Nigeria Weltmeister geworden. Sie haben nacheinander Brasilien, Deutschland, Italien, Kolumbien und Nigeria besiegt und damit der Schweiz den ersten Fussballweltmeistertitel beschert. Dafür wurden sie auch im Bundeshaus empfangen und geehrt.
Die Forscherinnen und Forscher des CERN in Genf sind beruhigt. Nach mehr als einem Jahr Reparaturarbeiten wurde der grösste jemals gebaute Teilchenbeschleuniger (LHC) wieder in Betrieb genommen. Ziel ihrer Forschung: Spuren der unsichtbaren «schwarzen Materie» entdecken, von der man annimmt, dass sie mehr als 96% des Universums ausmacht.
Die Wirtschaftsministerin Doris Leuthard, die im Dezember zur Bundespräsidentin gewählt wurde, beabsichtigt ab 2010 die sogenannte Schutzklausel anzuwenden, um den schweizerischen Arbeitsmarkt zu schützen. Im Mai 2009 hat der Bundesrat noch darauf verzichtet, dieses Ventil zu benutzen. Die Regierung müsse prüfen, ob die Attraktivität der Schweiz für Personen aus dem EU-Raum in den Jahren 2010 und 2011 gesenkt werden könne, erklärte Doris Leuthard der «NZZ am Sonntag». Im Oktober 2009 erreichte die Arbeitslosigkeit in der Schweiz mit über 4% ihren höchsten Stand seit vier Jahren.
Die Wettbewerbskommission (WEKO) hat der Swisscom eine Busse in Höhe von 220 Millionen Franken auferlegt. Die Telefonnetzbetreiberin hat von ihren Konkurrentinnen (Sunrise, Tele 2 etc.) zu hohe Preise für Breitbandinternet-Leistungen verlangt, dadurch konnten diese ihr ADSL-Geschäft nicht profitabel betreiben.
Von den 4,28 Millionen Werktätigen in der Schweiz arbeitet ein Drittel Teilzeit. Ein in Europa ungewöhnlich hoher Anteil, der einzig von den Niederlanden mit einer Rate von 48% übertroffen wird. Teilzeitarbeit ist vorwiegend eine Sache der Frauen.
Roger Federer beendete das Jahr 2009 als Weltnummer eins, nachdem er die Tenniskrone mit seinem Sieg in Wimbledon zurückerobert hatte. Dank seiner entscheidenden Unterstützung im Aufstiegsspiel gegen Italien sorgte er zudem dafür, dass die Schweiz ihren Platz in der Davis-Cup- Weltgruppe behalten konnte.
Die Impfkampagne gegen die Grippe H1N1 kommt auf fast 130 Millionen Franken zu stehen, die vom Bund übernommen werden. Sie begann Ende September mit den Risikopersonen und wurde dann auf die gesamte Bevölkerung ausgedehnt.
Gemäss einer Studie von Ernst & Young ist die Schweiz nach Deutschland für Unternehmen der attraktivste Standort weltweit. Von den 700 befragten Führungspersonen von internationalen Unternehmen, würden 20% die Schweiz wählen, wenn sie ihre Geschäfte verlagern müssten. Die Attraktivität des Schweizer Steuersystems belegt hingegen nur noch Rang elf der wichtigsten Standortfaktoren (2007: Rang 4).
Der kürzlich zurückgetretene Bundesrat Pascal Couchepin ist sehr geschichtsinteressiert und kann sich nun dieser Leidenschaft widmen. Er wird die Präsidentschaften der Schweizerischen archäologischen Schule in Griechenland sowie der Fondation Hardt pour l’étude de l’Antiquité classique in Vandoeuvres (GE) übernehmen. Er ist zudem mit der Förderung der französischen Sprache als offizielle Sprache bei den Olympischen Spielen in Vancouver beauftragt.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2009 stieg die Anzahl der Firmenpleiten in der Schweiz um 28,9% auf insgesamt 3872. Allein im dritten Quartal haben 1387 Unternehmen ihre Bilanz hinterlegt, ein trauriger Rekord.
Einer der vier Balzan-Preise 2009 wurde dem Chemiker Michael Grätzel, Professor an der EPF in Lausanne, verliehen. Für die Erfindung eines neuen Typs von Fotovoltaik-Solarzelle, mit der das «Solar Impulse» von Bertrand Piccard ausgerüstet sein wird, erhält er eine Million Franken.
Der Gastronomieführer GaultMillau Schweiz ernannte Andreas Caminada zum «Koch des Jahres». Der 32-jährige Chef von Schloss Schauenstein in Fürstenau (GR) war bereits 2005 die «Entdeckung des Jahres». Mit seinem «magischen und mutigen» Küchenstil und 19 von 20 Punkten ist er in den kleinen Kreis der «Besten der Besten» aufgestiegen: Es gibt in der Schweiz nun acht 19-Punkte- Köche, einer davon ist Philippe Rochat.
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«Wir haben eine Politik betrieben, die uns zur wettbewerbsfähigsten Nation der Welt und zur innovativsten in Europa gemacht hat. Wir sind nach wie vor der siebtgrösste Finanzplatz der Welt.»
Doris Leuthard, Bundespräsidentin 2010 und Wirtschaftsministerin
«Mit dem Kopftuch von muslimischen Frauen habe ich kein Problem. In den abgelegenen Tälern Graubündens tragen die alten Frauen noch heute das Kopftuch.»
Eveline Widmer-Schlumpf, Bundesrätin und Justizministerin
«Ob die Schweiz in die Europäische Union muss? Illusionen würde ich mir keine machen. Die Schweiz liegt mittendrin und hängt von der EU auf vielfältige Weise ab. Mit dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) wäre alles viel einfacher gewesen.»
Joschka Fischer, früherer deutscher Aussenminister
«Je länger die Schweiz politisch ausserhalb Europas steht und doch von den wichtigsten Errungen-schaften der EU profitiert, desto geringer ist die Bereitschaft, den EU-Beitritt zu wagen.»
Michael Herman, Politologe
«Laut unseren Prognosen wird die Arbeitslosigkeit ab 2011 langsam zurückgehen. Die Schweiz wird beim nächsten Aufschwung zu ihren traditionell sehr tiefen Arbeits-losenraten zurückfinden.»
Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft
«Das Vermögensverwaltungsgeschäft aus der Schweiz heraus für auslän-dische Kunden wird weiterhin eine gefragte Dienstleistung sein.»
Brady Dougan, amerikanischer Konzernchef der Credit Suisse
«Wie kommt es, dass wir bis zu 400'000 Muslime in der Schweiz haben, vor allem aus dem Balkan und der Türkei? Wir haben sie als Arbeitskräfte geholt, und sie haben später ihre Familien gebracht.»
Rudolf Strahm, Kommentator und früherer Preisüberwacher
«Die Festnahme des Filmregisseurs Roman Polanski mag juristisch unausweichlich gewesen sein, politisch war sie kompletter Unsinn.»
Martin Senti, Redaktor der «NZZ», zu den weltweiten Protesten nach dieser Verhaftung