
«Die Schweiz ist ein gezähmtes Land. Ich begegne hier nie dem Teufel. Ich würde ihn sofort fragen, ob er mir eine Story habe.» Dies sagt Catalin Dorian Florescu, der für seinen Roman «Jacob beschliesst zu lieben» den Schweizer Buchpreis 2011 erhalten hat.
Florescu wurde 1967 in Temesvar in Rumänien geboren und lebt seit 1982 in der Schweiz. Er studierte in Zürich Psychologie und Psychopathologie. Den Beruf als Psychotherapeut hat er 2001 aufgegeben und lebt seither als freier Schriftsteller. «Mutig» sei der Entscheid der Jury, ihm den Preis zu geben, sagt Florescu. Mutig, weil nach Melinda Nadj Abonji (2010) und Ilma Rakusa (2009) schon zum dritten Mal in Folge ein Schweizer mit Wurzeln im Ausland den Buchpreis erhält. Erster Preisträger war im Jahr 2008 ein Auslandschweizer, der in Irland lebende Rolf Lappert.
«Fleissige» Parlamentarier
Die Zahl der Vorstösse (Motionen, Postulate, Interpellationen usw.) hat im Schweizer Parlament in der zu Ende gegangenen Legislatur massiv zugenommen, auf total über 5000 allein im Nationalrat. Die Zahl der Motionen in National- und Ständerat stieg im Vergleich zur Periode 2003 bis 2007 von 1290 auf 1952, plus 51 %. Bei den Postulaten beträgt die Zunahme rund 18 % , bei den Interpellationen 19 %. Viele Parlamentarier «greifen zu Vorstössen, um ihre Aufmerksamkeit gegenüber den Sorgen der Bevölkerung zu belegen», schrieb die «NZZ» zu der Flut von Eingaben.
Federer in illusterer Gesellschaft
Der Schweizer Tennisspieler Roger Federer belegt den zweiten Platz auf der Liste der «Personen, die am meisten Respekt geniessen», hinter Nelson Mandela, dem früheren Präsidenten Südafrikas. Dies ergab eine Umfrage der Reputation Institute bei 51 055 Personen weltweit. Am Ende der Listen rangieren George Bush, Silvio Berlusconi, Mahmud Ahmadinejad und Kim Jong-Il.
Neuer Chef beim IKRK
Peter Maurer wird Mitte dieses Jahres das Amt als Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRS) übernehmen. Maurer ist zurzeit Staatssekretär im Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten EDA, davor hat er sich als Schweizer Botschafter bei der UNO einen Namen gemacht. Er löst Jakob Kellenberger an der Spitze des IKRK ab, der sein Amt während zwölf Jahren innehatte.
Deutschschweizer übervertreten
Mitarbeiter aus der französischen und der italienischen Schweiz sind in der Bundesverwaltung untervertreten. Dies haben Recherchen des Nachrichtenmagins «L’Hébdo» ergeben. Im Verteidigungsdepartement beispielsweise sind nur 10,3 % der Kaderstellen nicht von Deutschschweizern besetzt. Im Departement für Auswärtige Angelegenheiten, das den Spitzenplatz belegt, sind im Kader 29 % aus der Romandie oder aus dem Tessin. Ziel des Bundesrates ist es, bis 2015 eine sprachliche Aufteilung wie folgt zu erreichen: Deutsch 70 % (72,1 % im Jahr 2010), Französisch 22 % (21 %), Italienisch 7 % (6,6 %) und 1 % Romanisch (0,3 %).
2000 Stellen verschwinden
Novartis streicht weltweit rund 2000 seiner 121 000 Stellen und will damit 200 Millionen Dollar im Jahr sparen. In Basel werden 760 Stellen gestrichen, 320 in Nyon, die anderen rund 900 Stellen sollen vor allem in den USA abgebaut werden. Die Abbaupläne haben heftige Proteste und Mitte November einen Streik bei Novartis in Nyon ausgelöst.
Es wird teuer
Der Abbruch der bestehenden Schweizer Atomkraftwerke und die Entsorgung des radioaktiven Mülls kosten mindestens 20,6 Milliarden Franken – zehn Prozent mehr als bisher kalkuliert. Dies ergeben die neusten Berechnungen des Bundes, der alle fünf Jahre die voraussichtlichen Kosten berechnen lässt. Die Schweizer Energiestiftung SES geht von noch weit höheren Stilllegungs- und Rückbaukosten aus.
«Die sollte man sowieso auf einen Scheiterhaufen werfen.»
SVP-Präsident Toni Brunner über Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf
«In unserem Land darf es ruhig mal drei Bundesräte aus der Romandie geben.»
SVP-Fraktionschef Caspar Baader, nach der Nomination der Bundesratskandidaten Jean-François Rime und Bruno Zuppiger
«Muss ich denn unbedingt Bundespräsident werden? Gibt es keine Möglichkeit, das Amt zu überspringen?»
Bundesrat Ueli Maurer, gegenüber einem seiner Mitarbeiter
«Ich bleibe der, der ich bin. Und will das auch dürfen. Das ist nicht immer ganz einfach.»
Bundesrat Johann Schneider-Ammann, am 12. November 2011 auf Radio DRS
«Ich bin kein Populist, eher eine Integrationsfigur.»
FDP-Präsident Fulvio Pelli im Fernsehen DRS
«Wir gelten bei der eigenen Basis als Partei der Geldsäcke.»
Philipp Müller, FDP-Nationalrat
«Die FDP vertritt nur noch die Hochfinanz. Ich habe die Schnauze voll von dieser Arroganz.»
Otto Ineichen, FDP-Nationalrat
«No comment, no comment, no comment...»
SVP-Chefstratege Christoph Blocher zu seiner finanziellen Beteiligung und seinem Einfluss bei der «Basler Zeitung»
«Wer nicht verlieren kann, soll nicht in die Politik.»
Bruno Frick, Ständerat aus dem Kanton Schwyz, der nach 20 Jahren im Parlament abgewählt wurde