Facebook, Twitter & Co im EDA

Der Siegeszug der sozialen Netzwerke macht auch vor der Bundesverwaltung nicht halt. Das EDA nutzt soziale Medien dort, wo es gemäss seiner Informationsstrategie Sinn macht. Wichtigster elektronischer Informationskanal ist aber weiterhin das Internet.

Youtube-Kanal des EDA, ein Screenshot von www.youtube.com/swissforeignministry

Twitter-Profil des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe, ein Screenshot von https://twitter.com/SwissHumAidUnit

Bundesrat und Bundesverwaltung haben laut Bundesverfassung einen Informationsauftrag: Sie haben die Öffentlichkeit rechtzeitig und umfassend über ihre Tätigkeiten zu informieren, die Beziehungen zur Öffentlichkeit zu pflegen und sich über «die in der öffentlichen Diskussion vorgebrachten Meinungen und Anliegen zu informieren». Zudem gewinnen soziale Netzwerke durch die Entwicklung beim E-Government – insbesondere auch im Bereich E-Voting – zunehmend an Bedeutung. Wenn im Abstimmungs- und Wahlverfahren dereinst der gesamte Informations- und Entscheidungsprozess elektronisch abläuft, wird die Stimmabgabe quasi nur einen Klick vom Facebook-Button «gefällt mir» entfernt sein.

Was liegt näher, als für die Information auch soziale Netzwerke zu nutzen, wobei in der Bundesverwaltung kein Zwang dazu besteht. Alle Departemente sind frei in ihrem Entscheid, wie und wo sie Social Media einsetzen. Richtlinien bestehen nur punkto Corporate Design, damit die Auftritte leicht als Teil der offiziellen Schweiz erkennbar sind. Der Bundesrat selber twittert via den Bundesratssprecher mit der Bevölkerung. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat einen Facebook-Auftritt und die Bundesräte Alain Berset und Johann Schneider-Ammann sind auf Twitter aktiv, ebenso die Departemente Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS und Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK sowie verschiedene Bundesämter.

Social Media im EDA

Das EDA trägt diesen neuen veränderten Kommunikationsbedürfnissen ebenfalls Rechnung und nimmt den Informationsauftrag über den zusätzlichen Kanal der sozialen Netzwerke ernst. Es sieht die neue Kommunikationsform als Chance, ohne jedoch die Risiken (Stichworte: Datenschutz, Persönlichkeitsrechte, Eigendynamik) ausser Acht zu lassen.

Das EDA erarbeitete eine Strategie, um den direkten Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern in den sozialen Netzwerken zu pflegen. Gleichzeitig soll die Strategie die Risiken vermindern, denn soziale Netzwerke sind keine Absender-zu-Empfänger-Kommunikation im herkömmlichen Sinne, sondern der Empfänger wird auch zum Absender. Dadurch können sich Mitteilungen in Windeseile über den ganzen Globus verbreiten.

Das EDA nutzt Social Media dort, wo es Sinn macht. Vor allem die Aussenstellen (Botschaften, Generalkonsulate und Kooperationsbüros), aber auch die Konsularische Direktion mit ihren Reisehinweisen, Präsenz Schweiz, das Korps für humanitäre Hilfe (SKH/HH), die Schweiz bei der UNO, bei der OSZE oder die Agenda post-2015 machen davon Gebrauch. Sie machen so die eigene Arbeit sichtbar und vermitteln ein umfassendes und authentisches Bild der Schweiz und ihrer Aussenpolitik. Dabei sind die Aussenstellen und Organisationseinheiten frei in der Wahl des Netzwerkes. Sie tragen aber die Verantwortung für Inhalt und Qualitätssicherung ihres Auftritts. Insgesamt verfügt das EDA heute weltweit über rund 80 eigenständige Auftritte in sozialen Netzwerken. Am verbreitetsten sind Facebook und Twitter, gefolgt von Youtube und Instagram. Alle Auftritte des EDA in sozialen Netzwerken sind zu finden unter: www.eda.admin.ch/socialmedia-de

Welche «Schweizer Revue» lesen Sie?

Sie erhalten heute sozusagen eine Jubiläumsausgabe der «Schweizer Revue»: Vor genau fünf Jahren wurde die erste elektronische Ausgabe des von der ASO herausgegebenen Informationsmagazins für die Auslandschweizer veröffentlich. Heute erreicht das E-Paper 170 000 Empfänger weltweit, die gedruckte Ausgabe wird in einer Auflage von 230 000 Exemplaren produziert.

Bei einem Papiergewicht von 72 g pro Exemplar entspricht dies rund 100 Tonnen Papier pro Jahr. Dazu kommen 2 760 000 metallene Heftklammern und das Verpackungsmaterial, der Postversand in alle Welt kann bis zu drei Wochen dauern. Viel schneller erreicht Sie die elektronische Ausgabe – und natürlich auch kostengünstiger und ökologischer.

Falls Sie heute die Druckausgabe abonniert haben, empfehlen wir Ihnen deshalb, Ihre «Zustellpräferenz» über www.swissabroad.ch von der Papierversion auf die Onlineversion umzustellen. Damit leisten Sie auch einen Beitrag zum Umweltschutz.

Und natürlich wünschen wir Ihnen weiterhin viel Spass bei der Lektüre der «Schweizer Revue»!

 

  • Social Media sind Internet-basierte Applikationen oder Plattformen, die es Menschen ermöglichen, elektronisch mit anderen Menschen Informationen, Fotos oder Videos, Meinungen und Erfahrungen auszutauschen. Sie sind aber nicht einfach eine andere Form des Internets, sondern sie folgen einer eigenen Logik. Sie erfordern eine neue Art der Kommunikation auf eigenen Kanälen und haben ein hohes Mobilisierungspotenzial. Die Plattformen werden weltweit immer häufiger genutzt. Immer mehr Menschen – und nicht nur Jugendliche oder IT-affine Zielgruppen – verbringen in den sozialen Netzwerken immer mehr Zeit. Die Bedeutung der sozialen Netzwerke nimmt aber auch zu, weil sich auch der Meinungsbildungsprozess zunehmend von den traditionellen Medien (Zeitungen, Radio und Fernsehen) hin zu interaktiven Gratis-Plattformen verlagert. Facebook, Twitter und Co. werden zudem nicht nur privat genutzt, sondern auch beruflich von Medienschaffenden, Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus Politik, Wirtschaft und Kultur. In Regionen mit eingeschränkter Medienfreiheit können sie eine wichtige Rolle spielen.

 

 

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