Leserbriefe

Migration und Schweizer Tugenden

In der letzten Zeit wird in der Schweiz viel über Einwanderung und Fremdarbeiter debattiert. Und oft vergisst man dabei leicht, wie positiv es sich auf die Betroffenen und ihre Ursprungsländer auswirken kann, wenn diese Personen zurückkehren. Von 1973 an bis in die Neunzigerjahre haben viele Spanier in der Schweiz Arbeit gefunden. Allein aus dem Nachbardorf unseres Landwirtschaftsbetriebs bei Salamanca wanderten im Jahr 1973 fünfundsiebzig Personen in die Schweiz aus. Zum Beispiel einer unserer jetzigen Mitarbeiter, der 17 Jahre bei Borsary Co. verbrachte, ehe er nach Spanien zurückkam. Gerne denkt er an seine Zeit in der Schweiz, wie die meisten seiner Nachbarn auch. Und es ist erfreulich zu sehen, wie der Aufenthalt dort sie geprägt hat: In ihren gegenwärtigen Berufen sind sie zuverlässig, pünktlich und exakt, was sie auf ihre Ausbildung in der Schweiz zurückführen.

Brigitte Sanchez-Arjona, Spanien

Titelbild mit Symbolcharakter

Für das Titelbild der «Schweizer Revue» vom Juni danke ich Ihnen. Der Symbolcharakter ist grossartig. Da schiebt sich von rechts ein mächtiges Schweizer Kreuz in die Szene und hinter das Euro-Signet der EZB. Ein wahres Zukunftsbild, denn die Kraft der Schweiz, der direkten Demokratie und der Mitbestimmung aller Bürger muss zunehmend ins Bewusstsein aller Europäer eindringen, damit sich Europa von unten her, vom Willen der Bürger her, neu aufbauen kann.

Edgar Ruf, Düsseldorf

Lagerwahlkampf, das kennen wir

Professor Kohler schreibt im Heft von Juni von einem «Lagerwahlkampf». Ich teile seine Aufregung und Kümmernisse nicht. Lagerwahlkampf? Das ist doch weiss Gott nichts Neues in den helvetischen Landen. Denken sie vier Jahre zurück. Denken Sie acht Jahre zurück. War es damals anders? Und in den bewegten Jahren der sogenannten Jugendbewegung in den 1980-er Jahren? Oder nach 1968 zu Zeiten des Vietnamkrieges? Vom lange währenden Kalten Krieg gar nicht zu reden. Da wimmelte es ja nur so von Landesverrätern und Moskau-einfach-Empfehlungen.

Heinz Moll, Tschechische Republik

Eine Abtrünnige

Also, um es einmal öffentlich zu machen, Widmer-Schlumpf ist eine Abtrünnige für mich. Ich persönlich halte sie verantwortlich für das Bankendesaster. Ich bin alles andere als ein Freund der USB, aber ich denke Widmer-Schlumpf hat die Schweiz und deren Bankgeheimnis schamlos verraten und dazu die SVP auch. Aber ich denke schon, dass wir eine nicht bürgerliche Partei brauchen. Ich selber bin aber nicht dabei.

Doris Joho, per E-Mail

Frauen sind Frauen

Moment mal ... Ich schaue sehr gerne Frauenfussball, aber ich versuche nicht, ihn mit Männerfussball zu vergleichen. Allerdings ist der Artikel von Claudia Schumacher sehr klar und ehrlich. Ich glaube jedoch nicht, dass er den Frauenfussball schlechtmacht, er zeigt einfach die Realitäten auf. Frauen sind Frauen, und wir mögen es so. Aloha!

Paul Eggel, Hawaii

Verstärkt die Klischeevorstellungen

Ich bin Schweizer Bürgerin durch Heirat und wohne in den Vereinigten Staaten. Als ich die Titelzeile über die Schweizer Frauen-Fussballnationalmannschaft las, freute ich mich – denn immerhin spielt das Team zum ersten Mal im Weltcup mit. Doch der Artikel war ein Beispiel davon, wie voreingenommener «Journalismus» zu verhindern hilft, dass der Frauensport die Beachtung erfährt, den er verdient. Der Text gibt zwar vor, Informationen darüber zu liefern, warum das Team nicht die nötige Finanzierung und Anerkennung bekommt, um zu gedeihen. Tatsächlich verstärkt die Autorin aber immer wieder Klischeevorstellungen und schreibt durchwegs in einem herablassenden Ton. Sie unterstützt offenbar die Vorstellung, dass Frauen auf dem Spielfeld Nagellack tragen, um einen besseren Eindruck zu machen! Ich bin erstaunt, dass dieser Artikel von der Chefredaktion genehmigt wurde. Schweizer Sportlerinnen verdienen unsere Bewunderung und Unterstützung, nicht unsere Herablassung.

Constance Devanthery-Lewis, Cambridge, USA

Viele Besucher beim Frauenfussball

Ich bin Schweizer, lebe aber in den USA. In Portland, Oregon spielt unser Frauenteam Thorns FC im selben Stadion wie die Männer, und die durchschnittliche Zuschauerzahl ist über 13 000 (21 000 für die Männer). Die Frauennationalmannschaft ist fast gleich populär wie die Männernationalmannschaft. Vor ein paar Tagen waren 27 000 Besucher bei einem Freundschaftsspiel der Frauennationalmannschaft in Los Angeles. Ich wünschte es könnte in anderen Ländern auch so sein.

Beat Stauber, Portland, USA

Guldimanns Absichten

Ich hoffe, dass Tim Guldimann seine guten Absichten aufrechterhalten wird, die Interessen der Auslandschweizer wirklich zu vertreten, wenn er in die Politik geht. Es ist entmutigend, als Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden, wie damals, als uns unsere Banken als Kunden aufgegeben haben, nur weil wir Auslandsadressen haben. Sicherlich hätte man in unserem Fall eine Ausnahme machen können, sodass wir uns nicht alle als Verbrecher hätten fühlen müssen.

Jeannette Brumbaugh, USA

Kommentare (2)
  1. Martin Perret Martin Perret am 15.07.2015
    Toll das sie mal et was ueber die Schweizerbanken schreiben und wie sie uns Ausland- Schweizer als Kunden ablehnen, speziell wenn man in den USA lebt! Die Post Finanz ist eine Bank! Es wurde Ja so Von der CH Regierung gutgeheissen. Ein Konto dort zu fuehren ist nich ohne kosten! Man wired auch kaum benachrichtigt das man als Auslandschweizer gebuehren zahlen muss. For 4 Jahren war Es nichts. Dann ploetzlich auf CHF 10 und dishes Jahr nun auf 15 CHF. Fantastisch!
  2. Arye Ophir Arye Ophir am 17.07.2015
    Ja, die Schweiz und ihre Inlandpolitik schlaegt in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen wieder mal hohe Wellen. Dieser Tage wurde in Wien das Iranabkommen unterzeichnet. Auch wenn das keine schweizerische Angelegenheit ist, wird der Entscheid in Wien eine nicht zu unterschaetzende Wirkung, frueher oder spaeter, auf schweizerische Grosskonzerne und interne Finanzpolitik haben, wird in Zukunft Faktor in der Aussenpolitik sein trotz allem dass "es" nicht "unsere" Sache ist. Da die Schweiz Mitglied der UNO ist, sollten auch wir uns vermehrt gerade auch als Auslandschweizer Stellung zum Geschehen nehmen, weil "Es" eben doch auch gerade unsere Politik nach innen und aussen betrifft.

    Das in Wien zustande gekommene Abkommen unter Federfuehrung von Obama und seiner Mitlaeufer in Sache atomarer Zukunft Iran's ist allseitig sachlich betrachtet - ob dagegen oder dafuer - ganz ohne Zweifel eine reine Risikospekulation.

    Ein Risikoabkommen ganz einfach auf Grund dessen eas der Iran ist, sagt und tut.

    Seit 20 Jahre beluegt und betruegt der Iran in Sache Atomprojekt, verarscht den Westen und seine Institutionen erfolgreich nach Strich und Faden. Fakt.

    Der Iran ist seit mindestens 15 Jahre die groesste Terrorfabrik international, und heut aktiv denn je zuvor. Fakt.

    Gesetz und Ordnung im Iran fussen auf islamischer religioeser Inquisitinspraxis und Verhoehnung der Menschenrechte. Fakt.

    Seine Aussenpolitik beruht auf der Ueberzeugung des islamischen Weltreichs. Fakt.

    Der groesste Feind Iran's ist nach wie vor die geistige Zivilisation. Seine immer wieder wiederkehrende Aussage jene weltweit auszurotten - nicht minder wie die der ISIS - ist Fakt.

    Und was hat der Westen jetzt? Wenn alles gut ablaeuft eine erlaubte legale iranische Atombombenproduktion erst in 15 Jahre. Welche westliche Politik denkt ueberhupt heut noch an solche Jahresrahmen, geschweige denn an die kommende Generation. Von dem einst geforderten "roten Strich" zu beginn der Verhandlungen keine Erinnerung mehr, der besagte: rund um die Uhr vor Ort Ueberwachung und Einschraenkung, oder militaerischer Eingriff.

    Ja, und nicht zu vergessen den Obama-Bonus: 24 Tage Ansage gewuenschter Kontrollbesuche und Aufhebung des Waffenembargos und Bankensperre inklusive privater iranischer Terrororganisatioen; aber von Befreiung westlicher unschuldiger Gefangener ist kein Wort die Rede.

    Tiefer braucht man da erst gar nicht zu forschen um zu verstehen dass mit jenem Abkommen nicht nur der gesamte Gedanke an einen gesamt orientalischen Frieden sehr, sehr, langfristig und gruenlich begraben wurde und Kriegshandlungen, Aufruestung und Chaos im Orient beguenstigt werden, sondern auch der Gedanke an allgemein logischem Denkvermoegen mit Obamas Ansage, dass die Alternative Krieg im Orient gewesen waer; als ob jetzt kein Krieg sei... Luegenhaft schwachsinniger geht's wahrlich nicht mehr, jetzt wo durch ihn der Gefaehrlichste aller Islamstaaten zur militaerischen Grossmacht eingesegnet wird.

    Der Jubel ist nun ein ganz Grosser - ausser im Iran naruerlich bei Assad, der Hisbolla u.s.w., internationale Terorzellen, westliche Industriekonzerne und westliche Finanzpolitik stimmen sie allesamt in den Jubel ein; die Freude Gleichgesinnter!

    Ist Euch noch nie aufgefallen, dass der Obama noch NIE den Auspruch "islamischer Terror" benutzte?

    Frage nach Sinn der USA Aussenpolitik? Sinn der Frage ist wohl mehr und mehr eine rein OBAMA psychiatrische.

    Arye Ophir, 16.Juli 2015

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