Ueli Steck

Er muss sehr schnell unterwegs gewesen sein, wie immer, als das Unheil am 30. April seinen Lauf nahm. Der Extrembergsteiger Ueli Steck trainierte gerade am Nuptse im Nepal für einen Rekordversuch am Mount Everest. Die Bedingungen waren optimal, doch aus unerfindlichen Gründen stürzte Steck aus tausend Metern in die Tiefe und verlor dabei sein Leben. Er war sich der Lebensgefahr, der er sich mit seinen Besteigungen aussetzte, stets bewusst gewesen. Nun holte ihn das Schicksal ein.

Der Berner Oberländer galt als weltbester Solokletterer, sein Tempo war berüchtigt. Steck kletterte nicht nur, er eilte, ja rannte förmlich, wo es der Hang zuliess. Er brach Rekord um Rekord, überwand die Eiger-Nordwand im Alleingang in zwei Stunden und 22 Minuten– ein Meilenstein im Alpinismus. Und er war erst 40 Jahre alt, als er tragisch ums Leben kam.

Sein Tod löste im ganzen Land eine Welle der Bestürzung aus – und eine Diskussion über die Frage, wie weit ein Extremkletterer gehen soll in seinem Ehrgeiz, die Achttausender dieser Welt in immer horrenderem Tempo zu überwinden. Steck lebte seine Leidenschaft und war eins mit der Natur, sagten die einen. Er spielte mit seinem Leben und verlor, fanden die anderen.

Unterdessen sind die Diskussionen abgeebbt – und die nächsten Extrembergsteiger machen sich auf, um in die Fussstapfen von Ueli Steck zu treten.

Marko Lehtinen

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