Erfahrungsbericht eines Stipendiaten

Heute lassen wir direkt einen jungen Auslandschweizer zu Wort kommen, der in Brasilien aufgewachsen ist. Als 18-Jähriger kam Paulo Wirz in die Schweiz, um die Heimat seiner Grosseltern kennenzulernen. Vor kurzem hat er seinen Bachelor an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK abgeschlossen.

«Geboren wurde ich in der grössten Stadt Brasiliens, São Paulo, aber aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt mit dem exotischen Namen Pindamonhangaba. Es gab dort weder Kino, Theater noch Einkaufszentrum und das einzige Museum wurde geschlossen, aber es gab viel Natur. […] In Pinda bin ich das erste Mal auf die Schweiz gestossen, denn in unserem Wohnzimmer stand der Sessel meines Grossvaters. […] Damals hätte ich nie gedacht, dass ich irgendeinmal die Sprache meiner Grosseltern lernen würde. Doch gleich nach dem Gymnasium hatte ich 2008 die Möglichkeit, das erste Mal in die Schweiz zu reisen, […] denn ich fasste den Entschluss, Fotografie zu studieren. Aber zuerst musste ich zum Militärdienst, wo ich in der Rekrutenschule in Airolo zum Sanitäter ausgebildet wurde. […] Ich begann also mein Studium in Lausanne und lernte fleissig Französisch. Alles lief fast wie geplant. Aber wegen des Vollzeitstudiums konnte ich nicht genügend arbeiten und ohne Geld hätte ich mein Studium unterbrechen müssen. Meine Eltern konnten mich leider finanziell nicht gross unterstützen und so suchte ich im Internet nach Stiftungen. Nach vielen negativen Antworten stiess ich auf AJAS (heute educationsuisse) und endlich sah ich wieder einen Lichtstrahl am Ende des Tunnels. Dank der Unterstützung durch educationsuisse und dem Stipendium meines Heimatkantons Zürich kann ich meine Energie ganz in mein Studium stecken.

Für diese Möglichkeit werde ich immer dankbar sein. Ohne die Hilfe der Mitarbeiterinnen von educationsuisse und des Stipendienamtes, die auch meinen Wechsel an die ZHdK unterstützten, würde ich jetzt sehr wahrscheinlich irgendwo anders sein. […] Die Heimat meiner Grosseltern hat mir sehr vieles gezeigt und eröffnet. Die verschiedenen Kulturen und Sprachen in einem Land lehrten mich, wie wichtig Toleranz ist und wie ein Miteinander möglich ist. Gewiss beeinflussten sie auch sehr meine Entwicklung im positiven Sinne. Erst hier habe ich verstanden, dass man seinen Traum verfolgen muss und nie aufgeben darf.»

Paulo Wirz schrieb diesen Erfahrungsbericht für unseren Jahresbericht 2015. Sie finden den Jahresbericht mit dem ungekürzten Artikel (S. 20–21) auf unserer Webseite www.educationsuisse.ch (www.educationsuisse.ch/de/publikationen).

Bei Fragen rund ums Thema «Ausbildung in der Schweiz» stehen unsere Mitarbeiterinnen in Bern gerne via E-Mail, telefonisch oder bei Besuchen (auf Voranmeldung) persönlich zur Verfügung. Unsere Mitarbeiterinnen sprechen Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch und Spanisch.

 

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