Bernhard Russi & Matthias Hüppi

Sie waren ein eingespieltes Team. Mehr noch, sie waren eine verschworene Gemeinschaft. Matthias Hüppi und Bernhard Russi reisten Jahrzehnte lang gemeinsam von Skiort zu Skiort. Sie teilten das Hotel, das Auto, das Flugzeug. Sie frühstückten gemeinsam und verbrachten mehr Zeit miteinander als so manches Ehepaar. Den Sportmoderatoren Matthias Hüppi und seinen prominenten Experten Bernhard Russi verband am Ende eine tiefe Freundschaft.

Wenn das Gespann am Schweizer Fernsehen Skirennen kommentierte, waren seine Auftritte von einer enormen Kompetenz einerseits, andererseits auch von grossem Respekt füreinander geprägt. Hüppi hatte kein Problem damit, dass Russi noch ein bisschen mehr Experte war als er selbst. Wenns um fachliche Details ging, überliess er das Zepter gerne dem ehemaligen Ski-Ass und Olympiasieger. Umgekehrt war klar: Hüppi führte durch die Sendung, steuerte das Gespräch.

Manche sagten, sie seien tatsächlich wie ein altes Ehepaar. Doch dafür zankten sich Hüppi und Russi – angeblich auch hinter der Kamera – zu wenig. Sie fielen sich nicht ins Wort, widersprachen sich kaum. Ihre Auftritte hatten aller Emotion zum Trotz etwas Ausgeglichenes, letztlich auch sehr Schweizerisches, Moderates. Ein bisschen mehr Zunder im Gespräch hätte ab und an wohl nicht geschadet.

Im Februar hatte das Dreamteam seinen letzten Auftritt. Nach 31 Jahren kommentierten Matthias Hüppi und Bernhard Russi an der Heim-Ski-WM in St. Moritz zum letzten Mal gemeinsam. Eine Ära ging zu Ende. Doch einzeln wird man die beiden Fernsehlieblinge noch ein Weilchen zu sehen bekommen: Matthias Hüppi, mittlerweile 58-jährig, wird das «Sportpanorama» und gewisse Live-Anlässe moderieren. Bernhard Russi, elf Jahre älter, wird an ausgesuchten Grossanlässen weiterhin als Fernseh-Experte mitwirken.

Marko Lehtinen

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