Im Zeitalter der digitalen konsularischen Dienstleistungen – das EDA eröffnet einen Onlineschalter

Bis 2020 wird die Hälfte der Menschheit Zugang zum Internet haben und fast 90 % des Datenverkehrs wird über mobile Geräte stattfinden. Dienstleister, die moderne Arbeits- und Kommunikationstools entwickeln wollen und dabei Qualität, Effizienz und Kundenzufriedenheit als wichtig erachten, sollten sich in ihrem Überlegungs- und Planungsprozess von diesen Zahlen leiten lassen.

E-Government

In der Schweiz hat der Bundesrat 2007 die E-Government-Strategie verabschiedet. Diese strebt namentlich eine Modernisierung der Arbeitsprozesse der Behörden an, was insbesondere durch die elektronische Kommunikation erreicht werden soll. Auch wurde in der Strategie die Möglichkeit vorgesehen, dass die Bevölkerung wichtige Angelegenheiten mit den Behörden auf elektronischem Weg erledigen kann.

Bei der Ausarbeitung des Auslandschweizergesetzes verwies das Parlament klar auf die Notwendigkeit, die konsularischen Dienstleistungen über einen «Guichet unique» sicherzustellen. Der Bundesrat präzisierte, dass diese Dienstleistungen auch auf elektronischem oder virtuellem Weg angeboten und in Anspruch genommen werden können. Der «Guichet unique» solle namentlich Bereiche wie die Erbringung konsularischer Dienste, den Versand von Publikationen, die Erstellung von Statistiken sowie die Einführung von Informationskanälen umfassen.

Im Bewusstsein um die Bedeutung der Informationstechnologien in der heutigen Gesellschaft hat die Auslandschweizergemeinschaft das Thema ihrerseits im August 2014 am 92. Auslandschweizer-Kongress zum zentralen Diskussionspunkt gemacht. Jacques-Simon Eggly, damals Präsident der Auslandschweizer-Organisation, verwies am Kongress darauf, dass zugunsten der Stärkung der Beziehungen mit den Landsleuten «die Behörden sich dieser neuen Informationstechnologien bedienen können, um die Mitglieder der Diaspora zu informieren, zu kontaktieren und mit ihnen eine starke Verbindung beizubehalten».

Der virtuelle «Guichet unique»

Das EDA wollte diese verschiedenen Aufträge und Vorstellungen umsetzen und hat zu diesem Zweck ein modernes IT-System für die Verwaltung der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer entwickelt.

Neben einer modernisierten IT-Architektur bietet dieses neue System den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer vor allem Online-Dienstleistungen auf Basis folgender vier Prinzipien: Interaktivität zwischen dem Kunden und der Behörde; mobiler Zugang zu den Informationen; Online-Zahlungen und Verknüpfung mit parallelen Systemen (Sozialversicherungen, Gemeinden usw.).

Dank einem neuen Internetportal werden demnach sämtliche Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer ab Anfang Oktober 2016 eine Reihe von OnlineDienstleistungen nutzen können: An- und Abmeldung bei der Übersiedlung ins Ausland; Anstossen administrativer Prozesse; direkte Kommunikation mit Konsulaten; Adressänderung usw.

Auf das Portal kann über die allgemeine Webseite des EDA (www.eda.admin.ch – Rubrik «Onlineschalter») oder jene der zuständigen Schweizer Vertretungen ganz einfach zugegriffen werden. Die grösste Herausforderung im Zusammenhang mit dem Zugang zum Onlineschalter besteht in der Identifizierung der Nutzer. Da es sich um persönliche Daten handelt, deren Zuverlässigkeit jederzeit sichergestellt werden muss, wurden zwei Anmeldevorgänge festgelegt. Erstens der Direktzugang für Inhaber der sogenannten suisseID-Karte. Zweitens der Zugang mittels doppeltem Identifizierungsmechanismus (Name und persönliches Passwort + per SMS zugestellter Code). Detaillierte Informationen dazu finden sich auf der Webseite des Onlineschalters.

Wie bei sämtlichen anderen Webseiten des EDA kann auch auf den Onlineschalter über jedes beliebige Medium (PC, Laptop, Tablet, Smartphone) zugegriffen werden – möglich macht dies das Prinzip des Responsive Design, dank dem sich Webseiten an das benutzte Endgerät anpassen.

Dynamischer Ansatz

Damit die Nutzer ein ernsthaftes Interesse an den Online-Dienstleistungen entwickeln, ist es wichtig, dass sie das System beherrschen, was eine regelmässige Systemnutzung bedingt. Voraussetzung dafür ist eine attraktive Palette an angebotenen Dienstleistungen im Rahmen des Onlineschalters eVERA. Daher wird das Angebot künftig noch erweitert werden. Bereits geplant sind Neuerungen in Bereichen wie Adressänderungen, Online-Bezahlung von ausgestellten Bestätigungen/Bescheinigungen, Meldungen im Zusammenhang mit Zivilstandsänderungen oder Bewältigung von Krisensituationen.

Das EDA freut sich, die der Auslandschweizergemeinschaft angebotenen Dienstleistungen auszubauen. Dank dem Übergang zu virtuellen Transaktionen wird dies auf effiziente Weise geschehen und, aus ökologischer Sicht sehr positiv, einen eingeschränkten Papierverbrauch nach sich ziehen.

Laurent Perriard, stellvertretender Direktor Konsularische Direktion des EDA

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