Abstimmen – auch wenns mal mühsam ist!

Hand aufs Herz, haben Sie im Juni abgestimmt? Wenn ja, über wie viele der fünf eidgenössischen Vorlagen? Ich habe mir zu sämtlichen Initiativen und Referenden eine Meinung zu bilden versucht, habe die Abstimmungsunterlagen studiert, Zeitungen gelesen, die «Arena» am Schweizer Fernsehen geschaut und mit Freunden und Verwandten über die Themen diskutiert.

Zugegeben, das war zwischendurch auch mal mühsam. Nur schon die Unterlagen: Zwei stattliche Büchlein sowie mehrere Hinweisblätter und Abstimmungszettel waren drin, im einzelnen die fünf eidgenössischen Vorlagen – Pro Service Public, bedingungsloses Grundeinkommen, Milchkuhinitiative, Änderung des Gesetzes zur Fortpflanzungsmedizin, Änderung des Asylgesetzes –, dazu, da ich in Baselland wohne, sechs kantonale Vorlagen von familienergänzender Kinderbetreuung bis hin zum «Landratsbeschluss betreffend Umsetzung der Pensionskassengesetzreform beim Vorsorgewerk der Universität Basel in der Pensionskasse des Kantons Basel-Stadt – partnerschaftliches Geschäft». Und schliesslich lagen im Couvert noch drei Zettel aus meiner Gemeinde Schönenbuch. Es ging um die Erneuerungswahl des Schulrates, des Wahlbüros sowie des Gemeindepräsidenten. Macht alles in allem 14 Abstimmungen und Wahlen!

Das ist viel. Und wenn ich mir vergegenwärtige, wie sehr sich die Vorlagen in diesem Jahr stapeln, kann ich durchaus nachvollziehen, dass sich gewisse Stimmberechtigte ausklinken. Man ist bisweilen überfordert. Schliesslich kann man auch als politisch interessierter Mensch nicht zu allem eine Meinung haben. Trotzdem, ich habe es versucht und am 5. Juni abgestimmt. Und ich hoffe, Sie auch! Denn abstimmen zu dürfen ist nach wie vor ein Privileg, das nur wenigen vergönnt ist. Die direkte Demokratie erlaubt es uns Schweizerinnen und Schweizern, aktiv am Zeitgeschehen und an der Politik mitzuwirken. So sollten wir den Aufwand nicht scheuen, wie gross er auch sein mag – und von Zeit zu Zeit auch ein bisschen dankbar sein dafür.

Marko Lehtinen, Chefredaktor

Kommentare (5)
  1. Rolf Wipraechtiger Rolf Wipraechtiger am 05.08.2016
    Sehr geehrter Herr Lehtinen,
    Am 04.08.2016 wurde mir per E-Mail mitgeteilt, 'Die neue Ausgabe der "Schweizer Revue" ist da.'
    Nur wenn man diese Version der "Schweizer Revue" als PDF oder als Internet Version auf "www.revue.ch" herunterladen möchte, wird einem die Version der "Schweizer Revue" vom April 2015 angeboten.
    Es wäre doch schön, wenn man auch die letzte Version der "Schweizer Revue" als PDF oder als Internet Version auf "www.revue.ch" herunterladen könnte.
    Bitte um Kenntnisnahme.
    Mit freundlichen Grüssen.
    1. B. Sckell B. Sckell am 09.08.2016
      Hallo Herr Wipraechtiger,

      die aktuellste Ausgabe als PDF finden Sie auch auf der Startseite von www.revue.ch im blauen Kasten unter dem Inhaltsverzeichnis (rechts unten) oder direkt hier:
      http://www.revue.ch/fileadmin/revue/Ausgaben/2016/04/SRV_1604_DE.pdf

      Mit herzlichem Gruß

      Barbara Sckell
  2. Ulf D. Meyer Ulf D. Meyer am 05.08.2016
    Ich erhalte die Revue immer zunächst auf Französisch und muss erstmal lange herumsuchen, um das Blatt auf Deutsch umzustellen. Warum können Sie mir das Ganze nicht von Anfang an auf Deutsch schicken, oder wenigstens bereits auf dem Titelblatt die Kästchen für die verschiedenen Sprachen anbringen?
    1. O. Honauer O. Honauer am 05.08.2016
      @ Ulf D. Meyer
      Die Kästchen, um die Sprache zu ändern, sind auch auf der Startseite (Titelblatt) oben links vorhanden.
  3. Yvan Stern Yvan Stern am 09.08.2016
    L'édito ne concerne guère une partie des lecteurs. Non, je n'ai pas voté le 5 juin. De l'Afrique où j'habite, difficile de me rendre aux urnes... Et encore faut-il recevoir avant les brochures dont parle M. Lehtinen, dans ce pays où la poste est très lente, les distances énormes... Donc je suis un citoyen suisse privé de son droit de vote.
    Une solution existe pourtant, qui permet de recevoir la Revue suisse, de vous écrire, de m'occuper de mes comptes, etc... Internet. Tant que le vote par internet ne sera pas possible, je resterai un citoyen sans droits. Evidemment, c'est peut-être compliqué, mais pour un pays fier du plus long tunnel ferroviaire du monde, ce doit être possible, non? Quand?

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