Leserbriefe

Ein Jahr nach dem «Frankenschock». Die Spuren der starken Währung

Ich bin einer von denen, die wegen dem Frankenschock die Arbeit verloren haben. Doch statt mich arbeitslos zu melden, bin ich ins Ausland ausgewandert und arbeite nun dort …

Philipp Rederlechner, Türkei

Die Schweiz ist nur ein kleines Rädchen in der globalen Wirtschaft. Natürlich hat die Aufhebung des festen Wechselkurses zum Euro die Finanzwelt schockiert, aber es gibt viele andere Faktoren, welche die heute missliche Lage der Weltwirtschaft mitbestimmen – so der Einbruch der Rohstoffpreise, der Rückgang der Exporte aus China etcetera. Vom starken Franken betroffen bin ich in zweierlei Hinsicht: Zum einen hat der Wert meiner Aktien in der Rezession merklich nachgelassen, andererseits beschert mir der starke Franken eine höhere Rente in Thai Baht, wo ich lebe.

Ernst Rütimann, Thailand

Durch die Euroschwäche, die durch einen Brexit oder ein anderes politisches/wirtschaftliches Schockereignis verschlimmert werden könnte, könnte der Frankenkurs noch lange auf diesem Niveau bleiben oder ansteigen. Dank der Flexibilität der Arbeitnehmer (längere Arbeitszeiten bei gleicher Bezahlung oder Kurzarbeit) konnten viele Arbeitsplätze erhalten werden, doch eine anhaltende Frankenstärke dürfte sich letztlich auf die Schweizer Industrie auswirken – vor allem in Zeiten einer nachlassenden weltweiten Nachfrage.

Christophe Winkler, England

Zur Abstimmung vom 5 Juni. Kostenlose Anwälte für Asylsuchende?

Ich bin für eine Beschleunigung der Entscheidung darüber, wer bleiben darf. Ich lebe in Australien und wäre in Bezug auf eine kostenlose Rechtsvertretung für Flüchtlinge vorsichtig. Wir hatten das viele Jahre, mit dem Ergebnis, dass einige Flüchtlinge Monate und sogar Jahre in Auffanglagern verbrachten, in der Hoffnung, dass ihr negativer Bescheid aufgehoben wird. Dies führte zu Angst, psychischen Erkrankungen und selbstschädigendem Verhalten, befeuert durch Anwälte, die den Menschen ein schönes Leben in Australien in Aussicht stellten – obwohl auch hier die Arbeitslosigkeit zunimmt. Am Ende ist jeder frustriert: die Flüchtlinge, die jahrelang vergeblich warten, und die Australier, weil sie von den Medien als herzlos dargestellt werden, obwohl sie jedes Jahr Tausende von Flüchtlingen aufnehmen. Die einzigen Gewinner sind die Anwälte, die stattliche Summen aus Steuergeldern kassieren. Ich persönlich würde mich für eine Beschleunigung des Verfahrens mit einer kostenlosen Rechtsvertretung für lediglich eine Klage aussprechen – anstelle eines ewigen Hin und Hers.

Diane Hobiger, Australien

Sicher, wir sollten offen sein für die Aufnahme von Flüchtlingen. Aber von wem? Wie wir alle von Deutschland her kennen, kommen mit den grossen Massen auch viele, die nicht bereit sind, sich anzupassen. Viele davon sind nicht Flüchtlinge, sondern suchen eine bessere Zukunft im Westen. Ich finde, die Schweiz sollte mit Organisationen wie «Open Door» zusammenarbeiten, welche die Lage der Leute zum Beispiel in Syrien kennen. Sie wissen auch, wer wirkliche Flüchtlinge sind.

Doris Escurriola, Spanien

Wir sind satte und zufriedene Wohlstandsbürger, die in politischer und wirtschaftlicher Sicherheit leben, und haben Angst, dass uns etwas weggenommen wird, was de facto nicht so ist. Leider wird der Faktor Meschlichkeit und das Gebot der Nächstenliebe zum Teil völlig ausgeblendet. Flüchtlinge werden pauschal als Wirtschaftsflüchtlinge diffamiert und dabei wird verleugnet, dass diese Leute aus Verhältnissen fliehen, die von unserem Wohlstand mitverursacht worden sind. Das Recht auf Asyl ist ein Menschenrecht und dem sind alle verpflichtet. Die Bereitstellung von kostenlosem juristischem Beistand für Leute, die sich diesen finanziell nicht leisten können, ist für einen Rechtsstaat selbstverständlich. Wenn nur noch derjenige Recht bekommt, der genügend Geld hat, ist das kein Rechtsstaat mehr.

Klemens Graf, Deutschland

Die letzte Ruhe – Swiss made. Ausgefallene Bestattungen in der Schweiz

Mir gefällt die Idee, dass aus einem Menschen nach dem Tod ein Diamant wird! Ich möchte auch lieber als Diamant enden, als von Würmern im dunklen Sarg aufgefressen zu werden. Ein Diamant ist doch etwas sehr Schönes und kann meinen Nachfahren wenigstens noch Freude bereiten. Anstatt «Asche zu Asche – Staub zu Staub» heisst es dann: «Asche zu Kohlenstoff – Grafit zu Diamant». Hört sich doch irgendwie viel moderner an, oder?

Karina Fenner, Australien

Kommentare (6)
  1. Moo Qahtani Moo Qahtani am 14.06.2016
    Hi Karina Fenner,
    I like your comment :) Diamond.. especially after the other heavy comments about the thema refugees..
    Take acre :)
    Moo, Riyadh, Saudi Arabia
  2. Luis Pereira Luis Pereira am 29.06.2016
    Da bin ich wirklich erstaunt,dass in dieser angeblichen Schweizer Revue noch Kommentare auf englisch zu lesen sind, welche die Kommentare bezüglich Flüchtlingsangelegenheiten der Schweiz als haevy taxiert.
    Ich musste heute auf dem Schweizer Konsulat in Panama 3 Quittungen in blanko unterschreiben, damit mir eine Rückreisehilfe vom EDA geleistet wird und musste von dem Honorarkonsul Kritiken erdulden, welche nur mit Menschenmisshandlung verbunden werden können.
    Sei zu erwähnen, dass man als kranker und dementsprechen arbeitsunfähiger Schweizer noch gezwungen wird, diese Hilfe innert 60 Tagen zurück zu bezahlen.
    Andererseits werden Ausländer in der Schweiz Rückkehrhilfen von bis zu Fr. 10 000.- geleistet.
    Wo sind wir in der Schweiz gelandet?
    Oder sind wir in der Schweiz gebohrenen Schweizer alles Halbschuhe, wenn wir keine Goldbarren oder gestohlene Bilder vom 2.Weltkrieg in einem Zollfreilager in der Schweiz besitzen?
  3. H. Nievergelt Abreu H. Nievergelt Abreu am 01.07.2016
    Schweizer Revue Ausgabe Juni 2016
    Richtigstellung:
    Sehr geehrte Damen und Herren
    Sehr geehrte Frau Tromp

    Auf der Seite 17 der besagten Ausgabe schreiben sie;
    Schwierige Rückkehr wegen der AHV
    «Ganz bitter für uns mobile Schweizer ist die Abschaffung der freiwilligen AHV für Auslandschweizer», sagt sie zu den aktuellen Problemen.

    Ihre pauschale Aussage irritierte mich und fragte bei der AHV nach. Ich lebe in der Dom. Republik und bezahlte bis jetzt meinen Freiwilligen AHV Beitrag.

    Hier die Origial Antwort vom 30.06.2016
    Sehr geehrter Herr NIEVERGELT
    Wir beziehen uns auf Ihre E-Mail vom 22.06.2016.
    Es ist richtig, dass Schweizer die in Europa wohnen seit 2001 keine freiwilligen AHV Beiträge mehr leisten können. Da Sie in der Dominikanischen Republik wohnhaft sind, sind sie ja davon nicht betroffen.

    Dies wichtige Detail haben sie vergessen und bitte sie daher dies in der nächsten Ausgabe zu Korrigieren weil im Bereicht deutliche steht das über Über 760 000 Schweizerinnen und Schweizer im Ausland leben.

    Mit freundliche Grüsse
    H. Nievergelt Abreu
  4. edward gutknecht edward gutknecht am 11.07.2016
    change my address have moved to 2208 Oakland Walk Dr Lawrenceville Georgia USA 30044

    since i can read the revue on line no need to snail mail the revue i read it all and gATHER USEFUL KNOWLEDGE. THANKS
  5. Pierre E.Oberson Pierre E.Oberson am 15.07.2016
    Sortie du nucléaire:
    Il est vrai que l'effet Fukoshima s'est amenuisé,et pour cela l'on ne peut ignorer la responsabilité des médias qui préfèrent toujours publier des faits éclatants,au lieu d'informer régulièrement.
    Mais il faut savoir qu'à Fukoshima l'on continue encore aujourd'hui de déverser des tonnes d'eau radioactive dans l'océan Pacifique,et cela depuis 5ans,jour après jour Les dégâts sont dejas incalculable,et comme ce n'est pas près de s'arrêter ,cette catastrophe est probablement plus dangereuse pour notre survie que le changement climatique.Vu que les centrales 100% sûre n'existent pas,et que l'on est incapable de gérer les accidents majeures,le nucléaire n'est pas une option acceptable,quoi qu'en disent les gens qui en tirent du profit.
  6. claude wittmann claude wittmann am 20.07.2016
    bonjour,

    Je viens de lire "Un cabaret contre la guerre" et j'en reste choqué et gravement interpellé sur l'éthique de publication de la Revue. Comment est-il possible, alors qu'on parle avec sérieux de la noirceur du père fouettard en terre Suisse et Fribourgeoise, alors qu'on a changé le nom des "Têtes de N*" pour les appeler Tête au Choco, qu'on risque l
    arrestation outre-mer pour utiliser le mot "N* en anglais ou en français", qu'on s'indigne tous les jours du racisme manifesté aux Etats-Unis, et presque partout ailleurs, que la Revue Suisse puisse publier un auteur qui caractérise de "n*" les musiques et danses jouées au Cabaret Voltaire d'autrefois? Si l'auteur Gerhard Mack manque d'éducation en terme d'histoire et de politique inter-culturelle, il en revient à la Revue de faire son triage. S'il-vous-plaît.

    N* = mot que le site de la Revue, ironiquement, ne m'a pas permis d'utiliser dans ma lettre!

    claude wittmann
    Toronto

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