Leserbriefe

Bitte mehr Fairness und Ausgewogenheit

Weshalb habe ich mehr und mehr das Gefühl, die «Schweizer Revue» tendiere zu einem eher liberalen «Reportagenstil», statt uns Auslandschweizer sachlich, fair und ausgewogen über die laufenden politischen Entwicklungen in der Schweiz zu informieren? In keiner einzigen Ausgabe der «Schweizer Revue» wird konservative Ideologie auch nur ansatzweise in Frage gestellt. In den meisten angrenzenden Ländern herrscht der Liberalismus und Sozialismus vor. Könnte es sein, dass der durchschnittliche Schweizer eher rechts als links denkt und dass die Schweiz deshalb seit je her ein Hort der Stabilität und des Wohlstands ist? Bitte kommentieren Sie die politische Landschaft in der Schweiz doch mit mehr Fairness und Ausgewogenheit.

Hansjörg Frick, Kanada

An wen denken die Politiker

In Ihrem Editorial «Kein Interesse am Volk» treffen Sie den Nagel auf den Kopf. Genau so sehe ich die politische Landschaft der Schweiz. Dabei gäbe es so viel Wichtiges zu behandeln. Aber es ist wie überall auf der Welt: Die Politiker denken zuerst mal an sich, dann an die Partei und dann an die Grosskonzerne, an die Industrie und vielleicht dann – aber wirklich nur vielleicht – an den kleinen Bürger, der tagtäglich seiner Arbeit nachgeht, der die Strassen putzt, den Müll wegräumt, die Menschen zur Arbeit fährt etc. Das ist die Realität im heutigen Alltag. Allerdings spielen die Politiker mit dem Feuer. Vielleicht reicht es der Putzfrau, dem Müllmann, dem Fahrer, dem Arbeiter irgendwann. Was dann?

Felix Roshardt, Gmunden, Österreich

Weiter so

Herzlichen Dank für die letzte, sehr interessante Ausgabe der «Schweizer Revue»! Ihre Arbeit ist sicher nicht immer einfach, angesichts der zu behandelnden Anliegen und Themen, doch die letzte Nummer hat mich sehr beeindruckt. Machen Sie bitte weiter so.

Adrian K. H. Kessler, Penang, Malaysia

Gleiche Rechte für alle

Ein Schweizer und eine Schweizerin bleiben auch im Ausland Schweizer Bürger. Also ist die Vertretung der Auslandschweizer im Parlament richtig. Ich kann mir nicht gut vorstellen, dass zehn Prozent der Schweizer Bevölkerung von der Politik nicht mit den gleichen Rechten behandelt werden.

Mauro Mattioli, Frankreich

Ich träume wohl

Beim Lesen des Editorials traute ich meinen Augen kaum! Haben Sie überhaupt die Probleme der Menschen in der EU erkannt? Verlust der bürgerlichen Freiheiten, weil die Staaten den EU-Verordnungen folgen müssen und ihre Souveränität einbüssen, Wirtschaftsflaute ... Ich lebe in Frankreich und will mich nicht über die Migrationsproblematik auslassen. Aber darüber abzustimmen, hat definitiv keinen Sinn mehr. Das Parteienregime verdreht alles, was es eigentlich umsetzen sollte. Fest steht jedenfalls, dass Sie die direkte Demokratie wohl nicht sehr mögen. Sie ist ja auch die Waffe des Volkes. Und wenn das Schweizer Volk nicht so will wie Sie und Ihre Parteifreunde, dann muss man es eben verändern. Wenn Sie sich also weiterhin Demokratin nennen, ist das zumindest widersprüchlich.

Véronique D'Acorsi-Decaillet, Frankreich

Ich wünsche mir eine bessere Vertretung

Ich bin Auslandschweizerin und arbeite in England. Ich gehöre keiner Partei an, stimme regelmässig ab und informiere mich stetig über Schweizer Belange. Ich glaube sogar, ein viel besseres Bild zu haben als viele in der Schweiz lebende Genossen! Die Schweiz ist keine Insel, und sozusagen als Herz Europas erscheint sie mir doch immer wieder sehr isoliert, und kurzsichtig. Ich verstehe zwar, dass Auslandschweizer in Thailand andere Anliegen haben als jene in Uruguay, England oder sonst wo. Europapolitik und aussereuropäische Politik unterscheiden sich stark. Ein Beispiel: Auslandschweizer im EU-Raum dürfen ab dem 30. Altersjahr nicht mehr freiwillig AHV bezahlen – sie werden gezwungen, Lücken in ihre AHV zu machen – ausserhalb des EU-Raums darf weiterhin freiwillig eingezahlt werden. Für Auslandschweizer im EU-Raum resultiert dies in stark gekürzten Renten. Für Schweizer im EU-Raum sehe ich deshalb absolut einen Bedarf, im Parlament vertreten zu sein. Heute ist es völlig normal, dass junge Leute einige Jahre im EU-Raum arbeiten. Ich wäre sehr froh, wenn ihre und meine Interessen und Rechte besser im Parlament vertreten wären.

Claudia Stauss, England

20 Prozent in der Schweiz ohne Stimmrecht

Wenn wir über die Demokratie in der Schweiz nachdenken, ist das Wichtigste, dass erst einmal alle ständigen Einwohner der Schweiz das Recht haben mitzubestimmen, was im Land geschieht. Leider sind über 20 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz von der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen, weil sie, aus welchen Gründen auch immer, kein kleines, rotes Büchlein besitzen. Dies ist nun ein sehr viel gravierenderes Problem als jenes, dass Auslandschweizer eine Vertretung im Parlament verdienen. Ich hoffe, dass gerade wir als Auslandschweizer diese Verletzung der politischen Rechte von Einwohnern (wie sie einige von uns sicher auch selber in ihrer Wahlheimat erleben) beenden möchten. Ich denke, in diesem Punkt wäre es noch wichtiger, aktiv zu werden.

Andreas Bürki, Berlin

Dringend nötig

Es wäre absolut notwendig, eine Behörde zu haben, die die Anliegen der Auslandschweizer entgegennimmt und diese auch im Parlament vertritt. Bundesrat Berset hatte in seiner 1.-August-Rede in Thailand betont, wie wichtig Auslandschweizer für die Schweiz wären und was für Leistungen Auslandschweizer für die Schweiz erbringen würden. Da stellt sich aber die Frage: Was tut die Schweiz für die Auslandschweizer? Jedenfalls braucht es dringend eine Vertretung im Parlament, die die Anliegen der Auslandschweizer entgegennimmt und ernsthaft vertritt.

Herbert Stäheli, Pattaya, Thailand

Kommentare (6)
  1. Gerber François J.R. Gerber François J.R. am 22.05.2015
    Nous les 700000 Suisses de l'Etranger 1 dixième de la population actuelle, malgré les gentils messages de la confédération et le bon vouloir de L'ASO, nous nous sentons un peu oubliés. Swisscommunity.org est la meilleure initiative à ce jour mais combien de compatriotes exilés ne pourrons jamais s'offrir le luxe de petites vacances en Suisse ceux qui n'ont plus de famille directe, où peuvent t'il aller,et se retrouver, transports, hôtels, restaurants, tout est si cher dans leur patrie d'origine.
    Autrefois, il y avait un "Auslandschweizerhome" maintenant il n'y a plus rien. Faux! j'oubliais que nous avons une place à nous à Brunnen pour ceux qui ne le savent pas.!!!
    1. Arye Ophir Arye Ophir am 24.05.2015
      Werte europaeische Kulturkollegen!

      Wie wir aus Medienberichte mitbekommen hat die europaeische Kulturzivilisation einiges an Kopfschmerzen mit dem Massenandrang aus Afrika. Ich hab so den Eindruck, dass die europaeischen Politleader noch weit davon entfernt sind den Schluessel zu diesem Labyrint gefunden zu haben. Das Integrationsgerede - so gut die Absicht auch gemeint - hat keine wirkliche Verwirklichungsbasis. In Europa sollte man sich erst mal bewusst werden, dass die anstroemenden Massen im Individualbetreff so gut wie keine Integrationsgedanken in ihrem Entschluss zur Auswanderung beinhalen. Alles was dem dortigen  Individuum als Ausloeser zu Grunde liegt ist - absolut verstaendlich - dass ES weg will irgendwohin nach Neuland als das was ihr Leben IST und nicht als das was es sein sollte nach europaeischem Integrationsbegriff.
      Entsprechend waren Voelkerwanderungen immer eine Einwanderung ohne mentale Ruecksicht auf den "Gastgeber". Ergo: wer keine Loesung fuer die Masse im Ganzen hat, hat auch keine auf der individuellen Integrationsebene - insbesondere wo es in Mitteleuropa kein unbesetztes "Neuland" gibt fuer kulturell und technisch nach eurem Begriff integrationsunqualivizierte Volksmassen. Eure in Watte gepackte Intellekuelle   muesste erst mal verstehen dass Europa heut in erster Linie immer mehr und mehr ein demographisch bedingtes Kulturproblem  hat das nicht nach Europakultur bedingtem Sozialmasstab geloest werden kann. Kann sie das ohne ihre schoengeistige "Sandkastenideologie" zu Gunsten echter massiver "Feldarbeit" abzuIegen, ohne Verkruemelung ihrer hehren kulturgeistigen Prinzipienidentitaet? Wahrscheinlich nicht bevor die Angst vor Schmerz an die eigene Tuere klopft und alles was ihnen "heilig" zur nur Relativitaet werden wird.
  2. MRS MRG KUHNIS MRS MRG KUHNIS am 31.05.2015
    As a Swiss by marriage since 1975 given to me by my father in law who was the Maire of Oberriet at the time,I am totally disgusted at the way that the female football players are being treated at the moment!
    I was always told by my family that Switzerland stood for fairness and equality! So what happened in the interim: did the Swiss forget their loyalties or have they gone back to the Middle Ages?
    It is really sad for me as a person involve in sport through my work both as a nurse and as a
    health adviser for many years to read about this sad affair.
    Please give these girls their dues and above all RESPECT their sportsmanship!
    A fan of women's football and all women's sports!
    Thank you!
  3. Jan Favre Jan Favre am 07.06.2015
    Sehr geehrten Herren,
    Ich war in Mai 2015 mit meiner zehnjährigen Tochter auf die Postfinanz und auf die Migrosbank in Basel, um einen Jugendsparkonto unter ihren Namen zu eröffnen. Beide Banken haben sich verweigert, mein Gesuch anzunehmen, weil meine Tochter in Thailand wohnt und nicht in einer Schweizer Gemeinde registriert sei. Auf meiner Bemerkung, dass meine Tochter Schweizerin sei, erwiderten beide, es mache keinen Unterschied. Hätten sie eine Liste von Banken, die nicht Auslandschweizern feindlich gesinnt sind?
    Ich danke ihnen bestens für ihre Auskunft,
    Jan Favre
  4. Constance Devanthery-Lewis Constance Devanthery-Lewis am 11.06.2015
    Dear Swiss Review,
    I am a Swiss citizen by marriage, living in the US. When I saw the headline about the Swiss National Women's soccer team I was pleased--after all, the team is playing in the World Cup for the first time. But the article was an example of how biased "journalism" helps to keep women's sports from getting the respect they deserve. While purporting to provide information about why the team doesn't get the funding and recognition to thrive, the writer repeatedly reinforces stereotypes and uses a patronizing tone throughout. She apparently supports the idea that women wear nail polish on the field to make a better impression!
    I am amazed this article made it through your editorial review. Swiss female athletes deserve our admiration and support, not our condescension.
  5. JEAN-MICHEL SANCEY JEAN-MICHEL SANCEY am 23.06.2015
    LA PEUR N'A JAMAIS éTé DE BON CONSEIL. PAR PEUR NOUS AVONS ACCEPTé :
    LE DIKTAT ECONOMIQUE DS AMERICAINS ENVERS LES BANQUES SUISSES,
    PAR PEUR NOUS REVALORISONS NOTRE FRANC SUISSE ET LAISSONS
    PERDRE UN 30% DES VALEURS INVESTIES EN €URO. MAISONS, BUISNESS ETC ETC.
    PAR PEUR NOUS FAISONS FUIR NOTRE FIDèLE CLIENTèLE
    DE L'U.E. POUR FAIRE ENTRER UN TOURISME BON MARCHé QUI N'APPORTE PAS GRAND CHOSE à NOTRE ECONOMIE.
    TOUT Cela IL FAUT AVALER ET SE TAIRE DES DéCISIONS IRRESPONSABLES PRISES PAR UN FONCTIONNARIAT ENVAHISSANT.
    NOUS FORMONS EN SUISSE QUE DES FONCTIONNAIRES, UN PEU OUI TROP NON.
    A BON ENTENDEUR....

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