Ein Comic über ein Leben im Genfer Exil

Mit seinem im Frühjahr erscheinenden Comic «Wonderland» erzählt der Italo-Schweizer Tom Tirabosco eine Geschichte voller Kraft und Zärtlichkeit. Die autobiografische Erzählung beruht auf dem Leben der Tiraboscos in Rom und in Genf. In der ewigen Stadt lernt die Schweizer Touristin Jacqueline den Hotelangestellten Antonio mit seinem Faible für den Belcanto kennen. 1966 kommt Tom zur Welt, zwei Jahre später sein Bruder Michel. Doch er hat keine Hände und ein verkrüppeltes Bein. Für die Behandlung muss die Familie in die Schweiz ziehen, wo sich erneut Familienzuwachs einstellt.

«Wonderland» – in Schwarz-Weiss gehalten – ist die Geschichte der Zweifel und Hoffnungen von Tom. Der Junge wächst in einem kleinen Wohnkomplex im Genfer Umland auf und ist gefangen zwischen einem jähzornigen und chauvinistischen, aber liebevollen Vater und einem leidenden Bruder, der jedoch vor Lebensgier brennt. Wie soll er in diesem Umfeld, zu dem noch eine Mutter mit ebenfalls rebellischem Charakter gehört, seinen Platz finden?

Beim Zeichnen wird Tom die Lösung finden – angetrieben von der Liebe zu den Tieren und Ozeanen. Bis die Verschmutzung der Welt den Zeichner schliesslich in die Schwermut treibt. Gleichwohl mangelt es dem Comic nicht an Humor.

Das Werk von Tirabosco liest sich auch wie eine Chronik der Kinder der Generation X.

SH 

Tom Tirabosco "Wonderland"; éditions Atrabile, Genf; 136 Seiten; CHF 25.50. EUR 22

www.atrabile.org

www.avant-verlag.de/artist/tom_tirabosco

Kommentare (0)

Neuen Kommentar schreiben

Die Redaktion behält sich vor, diskriminierende, rassistische, ehrverletzende oder hetzerische Kommentare zu löschen oder die Kommentarfunktion für diesen Artikel zu schliessen.

Georg Kohler, emeritierter Professor für politische Philosophie der Universität Zürich, beobachtet und analysiert für die Auslandschweizer über das...

Weiterlesen

Die Entscheidung der Nationalbank zur Freigabe des Schweizer Frankens wurde von der Furcht vor einem Kontrollverlust über die Währung geleitet,...

Weiterlesen

Die Schweizer Fussballerinnen nehmen erstmals an der Weltmeisterschaft teil. Dieser Erfolg bringt kaum Geld und wenig Aufmerksamkeit.

Weiterlesen

Mit sechs Jahren ist Samir aus dem Irak in die Schweiz gekommen. Das war 1961. Heute ist er einer der bekanntesten Filmregisseure der Schweiz. Vor gut...

Weiterlesen

Zuwanderung: So heisst in der Schweiz der politische Zankapfel des Jahres. Für die bereits Zugewanderten vor allem ist die Frage brisant, wie sich die...

Weiterlesen
 

Auslandschweizer Organisation
Alpenstrasse 26
3006 Bern, Schweiz

tel +41 31 356 61 10
fax +41 31 356 61 01
revue@aso.ch