Das Volk wird Klarheit schaffen müssen

Rund um die Welt grassiert das Fussballfieber. Viele Millionen schauen gespannt nach Brasilien, wo am 13. Juli das Finalspiel der Fussball-Weltmeisterschaft stattfindet. Seinen letzten grossen Auftritt an dieser WM hat Trainer Ottmar Hitzfeld als Coache des Schweizer National-Teams. Ein Team, das, wie wir feststellen konnten, zum grossen Teil aus Auslandschweizern besteht. Von den 23 Spielern leben 16 im Ausland – in welchen Ländern, können Sie der Illustration auf der Titelseite entnehmen. Zum Abschied von Hitzfeld bringen wir in der Rubrik Sport ab Seite 22 ein Porträt des Mannes, der zu den erfolgreichsten Fussball-Trainern der Welt zählt und trotzdem stets von Zweifeln und Ängsten begleitet wird.

Viel Unsicherheit und viele Befürchtungen gibt es in der Schweiz derzeit bezüglich der Einwanderungspolitik. Nach dem Ja zur «Initiative gegen Masseneinwanderung» im Februar zeigt sich nun immer deutlicher, wie sehr die in der SVP-Initiative enthaltenen Forderungen zur Beschränkung der Einwanderung unsere Beziehungen zum Ausland belasten. Der Bundesrat versucht fieberhaft und unerschütterlich, das Verhältnis zur Europäischen Union neu zu regeln. Doch die bilateralen Verträge mit der EU können, wie Aussenminister Didier Burkhalter Anfang Mai erklärte, nicht einfach angepasst werden. Das Stimmvolk werde deshalb sehr bald an die Urne gerufen, um zu entscheiden, ob es die Abschottung wolle oder ob die Schweiz den bilateralen Weg weitergehen soll. 

Bevor es jedoch so weit ist, werden wir ein weiteres Mal über Zuwanderungsbeschränkungen abstimmen müssen – die so genannte Ecopop-Initiative kommt voraussichtlich noch in diesem Jahr zur Abstimmung. Dieses Volksbegehren könnte für die Auslandschweizer von besonderer Bedeutung sein. Denn die aus ökologischen Kreisen lancierte Initiative verlangt eine strikte Beschränkung der jährlichen Zuwanderungen auf 0,2 Prozent der Wohnbevölkerung, das sind bei der heutigen Schweizer Bevölkerung rund 16?000 Personen pro Jahr. In der Praxis würde dies bedeuten: Auch Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer können, ist dieses Kontingent erreicht, nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren. Mehr zu den Leuten, die hinter diesem Volksbegehren stehen, und zum politischen Seilziehen um die Zuwanderungen in unserem Schwerpunkt ab Seite 8.

Und schliesslich müssen wir uns von unserem Kollegen Alain Wey verabschieden. Während zehn Jahren war er Mitglied der Redaktion der «Schweizer Revue», nun will er sich neuen Aufgaben zuwenden. Mit seinem besonderen Interesse für die Berge, mit seiner Affinität zur Kulturszene und seinem besonderen Zugang zur Sportwelt hat er manch überraschenden Beitrag für die «Schweizer Revue» geschrieben und einen grossen Beitrag zur Vielfalt bei den Themen geleistet. Wir danken Alain Wey ganz herzlich für seinen Einsatz und wünschen ihm viel Erfolg bei den neuen Aufgaben. Als neuen Kollegen in der Redaktion begrüssen können wir ­Stéphane Herzog, einen Journalisten aus Genf mit Erfahrung in verschiedenen ­Medien.

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