
Wie in der «Schweizer Revue» vom letzten Juni bereits berichtet, hat das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) im Jahr 2011 acht Regionale Konsularcenter (R-KC) in Bukarest, Den Haag, Pristina, Pretoria, Riga, Santo Domingo, Stockholm und Wien eröffnet. Aufgrund der Erfahrungen hat das EDA beschlossen, im Frühling 2012 weitere vier R-KC für die folgenden Regionen zu schaffen
Iberische Halbinsel: Madrid für Spanien (ohne Barcelona) und Portugal
London für das Vereinigte Königreich und Irland
Südostasien: Bangkok für Thailand, Kambodscha, Laos, Myanmar und Malaysia
Buenos Aires für Argentinien, Uruguay und Paraguay
Geschlossen werden deshalb die konsularischen
Abteilungen der Botschaften in:
Lissabon
Dublin
Kuala Lumpur
Montevideo
Asuncion
Der detaillierte Zeitplan für die Eröffnung der R-KC und der damit verbundenen Schliessungen stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Die betroffenen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer werden von der für sie zuständigen Vertretung direkt informiert. Das EDA ist sich bewusst, dass durch diese Massnahmen Anreisedistanzen und -zeiten für einen Teil der Besucherinnen und Besucher länger werden. Deshalb sind wir bemüht, die Anzahl der Betroffenen möglichst tief zu halten. Insgesamt betreuen die R-KC rund vier Prozent der Auslandschweizergemeinschaft. Zudem können heute die meisten konsularischen Geschäfte per Post oder elektronisch abgewickelt werden. Lediglich für wenige Geschäfte ist noch persönliches Vorsprechen nötig, zum Beispiel für die Erfassung biometrischer Daten für Ausweise.
In Ergänzung der R-KC trifft das EDA folgende Begleitmassnahmen:
Einrichtung einer konsularischen Helpline in Bern, welche ab 1. Mai 2012 an 365 Tagen pro Jahr während 24 Stunden in Betrieb sein wird (+41 800 24-7-365);
Die Möglichkeit, biometrische Daten für Ausweispapiere bei jeder Vertretung inkl. R-KC oder bei jeder kantonalen Erfassungsstelle in der Schweiz erfassen zu lassen (die Ausweise selbst müssen bei der zuständigen Vertretung beantragt werden);
Bei grösseren Kolonie-Anlässen im Ausland (z.B. konsularische Sprechtage, ASORegionalkonferenzen etc.) können mobile Erfassungsgeräte für biometrische Daten zum Einsatz kommen, unter Berücksichtigung lokaler Umstände und Gegebenheiten;
Das EDA nutzt auch die mögliche Zusammenarbeit mit anderen Schengen- Staaten im Visabereich und steht in regelmässigem Austausch mit anderen Aussenministerien, die sich ebenfalls mit der Thematik R-KC beschäftigen;
Diese Neustrukturierung und die damit verbundenen flankierenden Massnahmen erlauben es uns, Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern jederzeit ein kompetenter Ansprechpartner zu sein.
Die neuste Auslandschweizerstatistik zeigt, dass die Zahl der im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer im vergangenen Jahr um 8517 Personen oder 1,23%angestiegen ist. Ende 2011 waren total 703 640 Schweizer Bürgerinnen und Bürger im Ausland registriert. Das sind rund zehn Prozent aller Schweizer Staatsbürger.
Von den im Ausland registrierten Schweizer Bürgerinnen und Bürgern leben die Mehrheit, 61,85 % oder 435 203 Personen, in Europa – 420 653 davon in EU-Staaten. Mit Abstand am grössten ist die Auslandschweizergemeinschaft in Frankreich: Dort sind 183 754 Schweizerinnen und Schweizer gemeldet. Das sind 26,11 % aller Auslandschweizer. Hinter Frankreich folgt Deutschland mit 79 050 Schweizer Bürgern (11,23 %), gefolgt von den USA mit 75 637 Landsleuten (10,75 %). Jeweils nur ein einziger Schweizer ist in den Staaten São Tomé und Principe sowie Mikronesien und Kiribati gemeldet. Stimm- und wahlberechtigt sind 545 844 Auslandschweizerinnen und -schweizer. Von ihnen haben sich 143 288 (26,25 %) in ein Stimmregister eintragen lassen, um ihr Recht wahrnehmen zu können, an Wahlen und Abstimmungen in der Schweiz teilzunehmen. Verglichen mit dem Vorjahr ist diese Gruppe erheblich mehr gewachsen als das Total der Auslandschweizer; die Zunahme beträgt 5,45 %. Neu werden die statistischen Daten über Auslandschweizer zentral beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Bern ermittelt und nicht mehr in den Botschaften und Konsulaten, was zu mehr Genauigkeit führt.
Links: www.aso.ch > Information > Statistik
Der Bundesrat hat Herrn Yves Rossier zum neuen Staatssekretär im EDA sowie Herrn Benno Bättig zum neuen Generalsekretär ernannt.
Yves Rossier, 52, leitete seit Februar 2004 als Direktor das Bundesamt für Sozialversicherungen im EDI. Davor war er verantwortlich für den Aufbau der Eidgenössischen Spielbankenkommission, die er während vier Jahren leitete. Rossier war bereits zu Beginn seiner Berufslaufbahn für das EDA tätig: Er trat 1990 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter ins Integrationsbüro ein. Später wurde er Berater der Bundesräte Delamuraz und Couchepin. Neben Französisch, seiner Muttersprache, spricht Rossier Deutsch und Englisch. Er hat an der Universität Freiburg und am College of Europe in Brügge Europäisches Recht studiert. An der McGill University in Montreal erwarb er später einen Master of Laws. Yves Rossier ist verheiratet und Vater von fünf Kindern. Benno Bättig, 45, verfügt über ein Lizenziat in Wirtschaftswissenschaften der Universität Freiburg und einen Master of Business Administration. Zu Beginn seiner Karriere arbeitete Bättig im EVD, wo er verschiedene Positionen im In- und Ausland bekleidete, unter anderem war er stellvertretender Leiter der Wirtschaftsabteilung der Schweizerischen Botschaft in Washington (1999–2002). Von 2003 bis 2007 war er persönlicher Mitarbeiter von Bundesrat Couchepin. 2007 wechselte Bättig in die Privatwirtschaft. Benno Bättig ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.